Trauer in Gaza an Eid al-Fitr – Von Jens M. Lucke

Von Jens M. Lucke
16.06.2018

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PNAbdel-Rahman Nofal, Eid al-Fitr, Gaza, Haitham al-Jamal, Ibrahim Alzarqa, Israelische Armee, Ramadan, Tötungen

Eigentlich sollte das Ende von Ramadan in dem dreitägigen Freudenfest Eid al-Fitr münden, das muslimische Familien traditionell miteinander und vor allem für die Kinder feiern. Doch nach so vielen Toten und Verletzten herrscht in unzähligen Familien in Gaza Trauer.

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Protester hängen Fotos Getöteter an Stacheldrahtzaun
Fotos der in den letzten Wochen von israelischen Scharfschützen Getöteten wurden am 8. Juni am Stacheldrahtzaun von Gaza befestigt. (Foto: qudsn)

Den 14. Mai 2018 wird Reem Alzarqa nie vergessen. An diesem Tag starben in Gaza 63 Menschen durch Schüsse israelischer Soldaten. Ihr Bruder Ibrahim war einer von ihnen. Für Reem und ihre Familie schien an diesem Tag die Zeit stehen zu bleiben.

Ibrahim Alzarqa war 17 Jahre alt und Schüler, als israelische Scharfschützen ihm in den Kopf schossen. Mit seiner Teilnahme an den Demonstrationen zum „Großen Rückkehrmarsch“ am Zaun von Gaza wollte er gegen die Gewalt Israels protestieren und die Angriffe auf friedliche Demonstranten mit der Kamera seines Smartphones dokumentieren. Dabei wurde er selbst zum Opfer. Nach Angaben seines Vaters trafen ihn Kugeln im Kopf, als er versuchte, andere Demonstranten zum Rückzug zu bewegen.

„Ibrahim hat immer davon geträumt, entweder Fotograf oder Rechtsanwalt zu werden“, so sein Vater Ahmed in einem Gespräch mit dem Online Magazin Middle East Eye. Er habe ihn vor der Teilnahme an den Protesten gewarnt und darauf gedrängt, er möge lieber für die Schule lernen. „Ich fragte seine Mutter, ob sie wisse, wo er hingegangen sei. Aber er hat niemandem erzählt, dass er mit seinem älteren Bruder Husam und den Freunden aus der Nachbarschaft zum Zaun gehen würde.“

Mitten in der Nacht kam der Anruf, der alles veränderte. „Gegen 1 Uhr in der Früh rief mich Husam an und versuchte mir etwas zu sagen, aber ich konnte ihn nicht gut hören. Er rief erneut an und sagte: „Yaba (Papa), Ibrahim wurde getötet“.“

Die 20jährige Reem, die Zahnmedizin studiert, erinnert sich, dass sie ihr weinender Vater aufweckte. „Er sagte, Ibrahim sei getötet worden, aber ich konnte nicht begreifen, was er mir da sagte. Alles, was ich immer wieder antwortete war: „Ibrahim lebt, und er kommt“.“

Aber Ibrahim kam nicht und wird auch nicht mehr kommen. Die Beerdigung fand noch am selben Tag statt, wie es in muslimischen Ländern oft Brauch ist. Danach herrschte Stille im Haus und Trauer. Und Ramadan, das Fest der Familie, das zwei Tage nach seinem Tod begann, war nicht mehr wie früher.

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Ibrahim Alzarqa
Ibrahim Alzarqa starb am 14. Mai 2018, als ihm am Zaun von Gaza israelische Scharfschützen in den Kopf schossen. (Foto: privat)

Reem bestand darauf, dass die Mutter Lamm Shawarma zubereitet, denn das war Ibrahims Lieblingsgericht. „Aber Ibrahim wird zu Iftar nicht am Tisch sitzen, um es zu genießen“, beklagte seine Mutter Amal. Sie erinnerte sich daran, wie ihr Sohn mit seinen drei Schwestern und vier Brüdern immer am Tisch Späße machte, bis das Fasten gebrochen wurde. […]

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