Ken Jebsen – Fariss Wogatzki

KenFM im Gespräch

 

Ken Jebsen: KenFM
Fariss Wogatzki: Fariss W.
Datum: 29.04.2018; 93 Minuten (Transkription Textlänge: 33 A4-Seiten)
(Link zum Video auf KenFM)

KenFM_Wogatzki

KenFM: Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von KenFM im Gespräch. Unser heutiger Gast: Fariss Wogatzki. Herr Wogatzki, wie geht’s?

 

Fariss W.: Danke gut, ich hatte ne lange Fahrt. Mir geht‘s gut.

KenFM: Sie sind jetzt von wo gekommen?

Fariss W.: Aus München.

KenFM: Wir haben Sie eingeladen, da Sie haben ein ganz hervorragendes Buch geschrieben haben. Nämlich dieses hier: »Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!«. Ist das ihr erstes Buch.

Fariss W.: Ja.

KenFM: Dieses Buch beschäftigt sich mit einer Thematik, die exklusiv ist. Ich glaube, man kann es so sagen. Es geht um das Schicksal der Palästinenser. Vor allem wie wir das Schicksal der Palästinenser in Deutschland behandeln.

Fariss W.: Das ist richtig.

KenFM: Wie wir zu diesem millionenfachen Schicksal uns verhalten. Wir habe dabei eine bigotte Haltung entwickelt. Wie wir um den heißen Brei herumreden. Ihr Buch, es 470 Seiten stark, ist ein Nachschlagewerk. Und das Wort Nachschlagewerk trifft es auch. Es ist eine Abrechnung, kann man sagen. Da habe ich spontan gedacht, es ist ein Buch was mich beeindruckt hat, so wie es das Buch von Ilan Pappe „Die ethnische Säuberung Palästinas“ tat. Hier haben Sie großartiges geleistet. Aber warum Sie das getan haben, sie sind kein Palästinenser?

Fariss W.: Das ist richtig.

KenFM: Das möchte ich gerne im Vorfeld wissen. Fariss ist ein arabischer Name. Wogatzki ist kein arabischer Name. Wie kommen Sie zu dieser Mischung?

Fariss W.: Der Name Fariss ist tatsächlich arabisch, hauptsächlich vertreten im Maurischen, Marokko, Algerien; Wogatzki, die Endung sagt es schon, ostpreußisch. Das hat mit der Zeit zu tun, über die ich auch geschrieben habe.

KenFM: Sie haben eine deutsche Mutter, und einen arabischen Vater.

Fariss W.: Ja, mein Vater ist 1963-64 in die DDR gezogen, da seine Mutter in der DDR lebte.

KenFM: Und Sie sind dann 1971 in der DDR zur Welt gekommen…

Fariss W.: Richtig.

KenFM: …und dort auch sozialisiert worden.

Fariss W.: Vollständig, ja.

 

KenFM: Hat das etwas mit Ihnen gemacht, was bis heute nachwirkt?

Fariss W.: Auf jeden Fall. Und zwar: Jeden Menschen unabhängig, von Herkunft und Hautfarbe, von Sozialstatus als Menschen nehmen und wahrnehmen.

KenFM: Also ein sehr ausgeprägtes Gefühl von Fairness. Würden Sie das so sagen, dass Sie das so mitbekommen haben?

Fariss W.: Ja, eindeutig.

KenFM: Sie sind ja antifaschistisch erzogen worden. Können sie Menschen erklären, die ganz jung sind, damit gar nichts mehr anfangen können, sowohl nicht mit dem Antifaschismus auch nicht mit dem Faschismus; was bedeutet das, antifaschistisch erzogen worden zu sein. Und dafür Antennen zu haben, für den Antifaschismus.

Fariss W.: Tatsächlich ist das Wort Antifaschismus heutzutage in einer sonderbaren Konstellation. Zu meiner Zeit als ich in der DDR zur Schule ging, bedeutete es nie wieder, und das nie wieder vollständig, in irgend einer Form Handlungen zuzulassen, die andere Menschen unterdrücken, misshandeln, ausbeuten, sogar töten. Dies niemals wieder zuzulassen! Das war die Essenz meiner sozialen Bildung in der DDR.

KenFM: Sie hatten auch viele Freunde aus sozialistischen Bruderländern, mit denen man ins SEZ gegangen ist. Das ist ein ganz berühmtes Bad in Ost-Berlin. Wer war alles darunter? Woher kamen die Menschen, also die Jugendlichen?

Fariss W.: Ich hatte Freunde aus Algerien, aus Bangladesh, aus dem Jemen, aus Tunesien. Und es waren noch weit aus mehr verschiedene Jungs und Mädels die sich dort getroen haben.

KenFM: Und was war der gemeinsamer Nenner? Was war die Basis?

Fariss W: Freundschaft.

KenFM: Einfach Freundschaft. Und den Menschen als Menschen betrachten.

Fariss W.: Ja. Es spielte überhaupt keine Rolle: Hast du jetzt nun ne dunkle Hautfarbe, oder ein bisschen heller. Hast du lockige Haare. Spielte keine Rolle.

KenFM: Spielte Religion eine Rolle?

Fariss W: Nein.

KenFM: Das heißt, den Menschen so nehmen wie er ist. Und wenn er ein „Idiot“ ist, dann ist er ein „Idiot“ aber nicht weil er von X kommt, sondern weil „ich“ ihn nicht mag. Meinet wegen. Der Mensch wurde individuell betrachtet.

Fariss W.: Vollkommen richtig. Nicht nach einem Schema wie es leider heute großteils der Fall ist, sondern als Mensch.

KenFM: Jetzt gibt es die DDR so nicht mehr. Vermissen sie das eigentlich?

Fariss W.: Das Sozialgefüge. Auf jeden Fall.

KenFM: Was vermissen sie nicht?

Fariss W.: Das wäre jetzt ein neues Thema. Da würden wir bestimmt noch einmal 2 Stunden dranhängen können.

KenFM: Versuchen sie es in einer Minute zusammen zu dampfen.

Fariss W.: Die technologische und umwelttechnologische Rückschrittlichkeit der DDR. Die notwendig gemacht wurde, leider, um wirtschaftlich-industriell mithalten zu können. Das fand ich sehr schade.

KenFM: Da war ein Rückschritt. Das wieder vereinigte Deutschland ist nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Krieg gegen Jugoslawien wieder schuldig geworden. Sie sind also heute in einem Staat, der das, was sie in der DDR auf gar keinen Fall wollten, jetzt im Gesamtkonstrukt wieder tut. Wie geht es ihnen damit?

Fariss W.: Salopp gesagt, oder. . .

KenFM: Ne, sie können hier ganz Tacheles sprechen.

Fariss W.: Ich erachte das als eine unter aller menschlicher Würde bestehende Schande die in Deutschland, Europa als auch in der gesamten Welt präsentiert wird. Ob nun in Afghanistan, in Syrien oder in anderen Ländern. Ich erachte das für sehr nachteilig, für Deutschland, für Europa und die gesamte Welt.

KenFM: Würden Sie sagen, dass Deutschland als 51. Bundesstaat der USA, sage ich provokativ, wie ich es in Ihrem Buch gelesen habe, ein Handlanger eines imperialen Systems ist, welches auch vor Faschismus nicht zurückschreckt.

Fariss W.: Ja natürlich! Das begann doch bereits 1954, als die ersten Gespräche mit McCloy und Adenauer stattfanden. Was der US-Amerikaner sagte, das wurde umgesetzt. Da hat Adenauer nicht lange gefackelt.

KenFM: Wir haben es in ihrem Buch ständig damit zu tun, dass wir mit etwas konfrontiert werden, was ich bigott nenne. Also diese Doppelstandards vor sich selbst. Schwerverbrecher sein, aber menschlich sauber bleiben. Das, was der Soldat macht, er legt das MG an, aber er kann menschlich sauber bleiben. Das sehen wir durchweg, gerade in der NATO-Diskussion. Wie erleben Sie die aktuelle Situation: Panzer wieder kurz vor der russischen Grenze, deutsche Soldaten an sehr vielen Standorten, dieses Neusprech „friedenssichernde Maßnahmen“. Deutschland ist Rüstungsexporteur auf Platz 4. Vor allem in Krisenregionen und zwar an jeden verkauft, diese nicht nur an Israel subventioniert. Auch an Saudi Arabien, genauso in afrikanische Regionen. Wie erleben sie das?

Fariss W.: Ich erachte es als einen Bruch des so genannten 2+4-Vertrages. Denn darin stand, dass es eine Annäherung an Russlands Grenze nicht zu geben hat. Dass die Grenze bestehen bleibt, so wie sie war. Dass die USA, die NATO-Mächte nicht näher an Russland heranrücken. Aber das ist der Fall. Die NATO ist massiv an Russland und seine Grenze herangerückt.

KenFM: …die Osterweiterung.

Fariss W.: Ja. …und das halte ich für ausdrücklich gefährlich!

KenFM: Warum haben Sie sich, wenn es Ihnen doch, was die Erziehung angeht, um unterdrückte Völker geht, gerade in ihrer Zeit als Sie Jugendlicher waren, -waren ja viele afrikanische Länder dabei: Moçambique Angola; aber auch Nicaragua- warum haben Sie sich ausgerechnet auf Palästina eingelassen? Über Palästina gibt es schon viele Bücher, das können Sie nicht bestreiten.

Fariss W.: Es gibt sehr viele Bücher über das Thema. Für mich hat es damit zu tun, dass die Kyffiah, das palästinensische Tuch in der DDR sehr begehrt war. Es war nicht nur modisches Accessoire, sondern auch tiefgreifende Einstellung.

KenFM: Das Tuch, das Arafat so berühmt gemacht hat.

Fariss W.: Genau dieses Tuch. Israel war schon zu meiner Kindheit das Sinnbild von

Imperialismus. Von Apartheid, von Neofaschismus und Unterdrückung.

KenFM: Wurde das so in der DDR gelehrt, oder ist das Ihr selbst zusammengebautes Weltbild?

Fariss W.: Ich habe lediglich nachgedacht, was andere vorgedacht haben. Und ich kam zu dem sonnenklaren Entschluss, dass dies Tatsache ist.

KenFM: Die DDR war als sie bestand ein Freund der Palästinenser. Es gab einen regen Austausch zwischen beiden Nationen. Aber sie war kein Feind der Israelis gewesen?

Fariss W.: Nein, das nicht.

KenFM: Wie war denn das Verhältnis zu Israel? Und wie ist Ihr Verhältnis zu Israel? Würden Sie sagen: Die Israelis oder die Bürger Israels oder die Juden oder die Zionisten? Mit wem können Sie? Mit wem haben Sie ein Problem? Da muss man aufpassen, denn es wird immer und schnell vermischt.

Fariss W.: Ich habe grundsätzlich kein Problem mit einem Israeli, der sich so verhält, wie er behandelt werden möchte.

KenFM: Also wie es Kant vorgegeben hat.

Fariss W.: Genau so! „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

KenFM: Und wer das nicht tut, dann haben Sie ein Problem mit „ihm“?

Fariss W.: Vollkommen richtig, denn dann, wie in diesem Fall, diskreditiert sich ein Jude selber als Zionist, wenn ein Israeli zionistisch handelt. Aber ich habe kein Problem mit Israelis per se.

KenFM: Aber wenn sich jemand diskreditiert als Mensch, wie Sie sagen, in diesem Fall als Israeli, wenn er sich nicht so benimmt wie er selbst behandelt werden möchte, trit das ja auf alle anderen auch zu. Auf Saudi Arabien; auf Deutsche. Auf jeden würde das zutreen. Nicht, dass Sie jetzt sagen, Sie haben speziell eine Rechnung mit Israel oen. Sondern Sie haben mit jedem imperialistischen Gebilde eine Rechnung oen und sprechen das an.

Fariss W.: Vollkommen richtig. Es ist mir auch, in meinem tiefsten Innern ein Missfallen, dass Saudi Arabien, soweit bekannt, Waen an Israel verkauft, die dann gegen Palästinenser, also gegen Brüder und Schwestern des Islam in Stellung gebracht werden. Zumindest jedoch hinterm zugezogenen Vorhang Konsultationen führen.

KenFM: Und da sind wir auch schon ganz tief in dem Buch. Es ist ein Buch, dass auch für die Youtube-Generation geschrieben ist, kann man so sagen. Es ist ein Nachschlagewerk. Man braucht keinerlei Vorkenntnisse um dieses Buch zu verstehen, stimmt das? Wenn man welche hat, ist das gut. Aber man kann auch irgendwo reinspringen und verschiedene Kapitel zeigen einem, was ist denn Gaza-Krieg, oder die NAKBA, oder die UNO; was diese damit zu tun hat. Oder auch Medien. Hat sich das so ergeben, oder war das, als Sie angefangen haben das Buch zu schreiben vor knapp 1,5 Jahren so geplant, dass das so sein sollte. Für Ihre Generation.

Fariss W.: Ich saß an meinem Schreibtisch, am Laptop und überlegte: Wie kannst du ausdrücken, was dich in der Gesamtheit dieser Thematik bewegt und habe es so getan wie es vorliegt. In einer Form die nicht in akademischer Blässe dahin geschrieben ist, sondern kurz und knapp für jeden nachvollziehbar.

KenFM: Ich finde, dass ist auch die Stärke des Buches, dass Sie das sehr dialektisch tun. Das kenne ich nur von DDR-Bürgern oder Maschinenbauern. Da gibt es eine Ähnlichkeit. Maschinenbauer, die sind sehr straight. Ein Maschinenbauer weiß ganz genau, warum eine Schraube da ist und nicht an einem anderen Ort, sich sagt: Ja, die hat da halt hingepasst. . . Er kann den Grund der Schraube an ihrem Platz genau erklären. So habe ich Ihr Buch gelesen. Da sind Sätze in ihrem Buch, die gehen so was von unter die Haut. Ja, wie so ein Muhammad Ali – Upper cut, der trifft einfach. Da weiß jeder: Das sitzt!

Bevor wir tief einsteigen in das Buch, kurz eingehend angemerkt: Ich glaube für alle, die sich nicht auskennen, ist das große Dilemma, dieser Katastrophe, sie begann 1948 mit der Vertreibung, es ist die längste Vertreibung in der jüngeren Geschichte der Menschheit ist. 70 Jahre, ist Palästina ein besetztes Land. Es geht den Palästinenser dreckig, um es einmal vorsichtig ausdrücken. Und sie haben letztendlich keine Freunde, was damit zu tun hat, dass viele eben auch Mittäter waren. Ägypten, Jordanien, Saudi Arabien, um nur einige der damaligen Zuarbeiterstaaten zu nennen. Die Vereinten Nationen haben das Land Palästina verschenkt.

Fariss W.: Die UNO, sie erlaubte sich durch selbstgegebenes Recht, fremder Menschen Eigentum zu veräußern.

KenFM: 1948; drei Jahre nach dem Holocaust. Diese UNO-Entscheidung war eine Initialzündung. Es gab aber vorher schon die zionistische Einwanderung. Das Land hätte es auch so gegeben, dann wurde es zu einem Staat erklärt. Die Europäer haben mit dem Syke- Picot Plan damals schon auch das osmanische Reich verteilt und hatten ein Interesse dort einen Brückenkopf zu haben. Die Vereinigten Staaten sind der Hauptpartner im Moment, die größte Auslandsinvestition, und haben eine ähnliche Geschichte. Siedlerkolonialismus. Sie [die US-Amerikaner] hatten die Indianer, die Israelis hatten die Palästinenser. Aber auch die arabischen Staaten sind nicht wirklich solidarisch. Die OPEC, da würde ich einfach mal sagen: Wir drosseln jetzt mal 2 Wochen die Ölhähne, bis der Oslo-Plan umgesetzt wurde. Das Land wird zurückgegeben wie festgeschrieben, und dann wäre auch Feierabend. Passiert aber nicht. Also, wer dieses Buch liest ist direkt im Thema. Wer hat denn die Macht etwas zu ändern? Oder können es nur Leute lesen und verstehen, die keine Macht haben?

Fariss W.: Nein, es kann grundsätzlich jeder, und vor allem möge jeder das Buch lesen um sich ein basisorientiertes Wissen über die Thematik anzueignen. Um zu verstehen, dass die Palästinenser genauso Menschen sind wie Sie, wie ich, wie jeder Mensch.

KenFM: Dass die Palästinenser im Moment noch weniger Lobby, zumindest im Westen haben, im Nahen Osten sieht es ja ein bisschen anders aus, in der arabischen Welt sind sie schon ein Thema, ist bekannt. Es hat vielleicht auch damit zu tun, dass man sie eben nur unter «Araber» subsummiert. Und das wird mit Naher Osten, mit Flüchtlingen, Köln Platte vermischt. Sie sehen, es ist ganz schwierig für Araber, oder gar für Palästinenser im Besonderen, etwas zu tun.

Fariss W.: Ja, hat jemand einen dunklen Teint, hat er ein südländisches Aussehen, hat er vielleicht die Kyffiah an, oder vielleicht einen palästinensischen Schal, sieht er muslimisch aus, schon wird ein Generalverdacht „gedacht“.

KenFM: Ja, seit dem 11. September. . . …na das könnt ja ‘n Verkappter sein.

Fariss W.: Ja, Mensch. Es könnte ja sein. Muss ja nicht sein. Aber könnt‘ ja, ein „Islamist“ sein. Und das ist ein verwerfliches Verhalten, welches hier in Deutschland in einer beachtlichen Größenordnung betrieben wird. Ich finde solch ein “Denken” menschenunwürdig.

KenFM: Das ist ein auch medial vermittelter Rassismus. Wir werden auch auf die Medien kommen. Es gibt ein Zitat von Chomsky, nach dem das Buch letztlich benannt ist. «Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!», ich glaube, er sagt es in “Offene Wunde Nahost”. Er schreibt auch: “Das, was für die Diktatur die Gewalt, ist in der Demokratie die Medien.”, diese erzeugen auch ein Klima.

Das Buch ist im Zambon Verlag erschienen. Giuseppe Zambon, dem überzeugten Antifaschisten, italienischen Ursprungs. Sie haben uns noch ein weiteres Buch vom Verlag mitgebracht. Das passiert auch nicht so oft, dass ein Autor, der ein Buch geschrieben hat, noch ein anderes Buch mitbringt, das nicht von ihm ist. Was ist das für ein Buch, «Palästina»?

Fariss W.: Das Buch ist von Herrn Dr. Giuseppe Zambon und einem früheren Autoren von ihm, Herrn Vittorio Arrigioni [siehe: «Restiamo umani – Gaza – Mensch bleiben»] geschrieben worden. Vittorio wurde 2011 mutmaßlich von einer israelischen Einheit ermordet. Vittorio setzte sich in Gaza intensiv und medienwirksam für die Palästinenser ein. Medial wurde der Mord an Vittorio der Hamas untergeschoben, was schon in der Logik vollständig absurd ist. In diesem Buch, nehmen sie den Umschlag ab, tun sie einen anderen Umschlag rum, sagen sie vielleicht 1945, dann ist das ein und das selbe, es ist identisch.

KenFM: Also die Art und Weise der Gewalt.

Fariss W.: Der Verbrechen an Menschen.

KenFM: Es sind in diesem Buch viele Aufnahmen enthalten, die im Netz so nicht zu finden sind. Da haben sich Giuseppe Zambon und seine Autoren sehr viel Mühe gegeben.

Fariss W.: Absolut, ja!

KenFM: Und wenn man Ihr Buch liest, es ist ein hervorragendes Buch, das ich nur empfehlen kann.

Fariss W.: Der Titel: «Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!», ist nicht ohne Grund gewählt. Nicht nur, weil ich ein begeisterter Leser von Chomsky-Texten bin, sondern: Wir wissen im 21. Jahrhundert über die israelischen Verbrechen bescheid. Wir alle sind vernetzt, verkabelt, jeder hat Internet. Wir wissen was in Nahost passiert! Wir können nicht sagen. . .

KenFM: …da war ne Informationslücke.

Fariss W.: Ja! Innerhalb von nicht einmal 10 Stunden ist der Mord der mal wieder in Hebron [Originalname: Al Khalil] oder in Ost-Jerusalem [Originalname: Al Quds] geschehen ist, der ist weltweit verbreitet.

KenFM: Seit der Gründung Israels wurden 750.000 Palästinenser verhaftet. Das muss man sich einmal vorstellen! 750.000 Palästinenser waren seit der Gründung Israels in Haft. Das können ja nun nicht alles Terroristen gewesen sein. Da stimmt doch irgend etwas nicht. Das muss man dazu sagen.

Aber lassen Sie uns auf den Kern des Problems kommen. Der Kern des Problems ist nicht das Judentum, nicht die jüdische Religion, das Volk. Sondern der Kern des Problems ist der Zionismus als Ideologie. Was stört Sie an diesem Zionismus? Andere Staaten haben doch auch eine Ideologie. Was ist das Problem am Zionismus?

Fariss W.: Dass die zionistische Ideologie menschenverachtend ist. Im Dritten Reich hieß es Nationalsozialismus. Herrenrasse. Lebensborn und Lebensraum. All diese Begri- lichkeiten. Und in Israel heißt es, Zionismus sei Judentum, sei ein Land für ein Volk. – – – Zionismus ist eine menschenverachtende Ideologie.

KenFM: Eine Blut und Boden Ideologie, würden sie das so sagen?

Fariss W.: Ja. Eine Volk und Reich Ideologie.

KenFM: Wie würden Sie die aktuelle Regierung von Israel bezeichnen? Wo wäre diese Regierung bei uns angesiedelt, wenn wir rechts außen die AfD sehen. Wo steht die aktuelle Regierung Israels?

Fariss W.: Häufig wird gesagt: “Far right wing” und ich frage mich: wie weit geht “far right wing”? AfD wird rechts außen gesagt, die wohl ganz gut mit der israelischen Regierung kann. Also, wie weit ist denn rechts außen, dass es nicht irgendwann einmal in einer Form Gestalt annimmt, wenn nicht sogar schon hat, wie es die NSDAP war?

KenFM: Es gibt ja noch die Partei “Jüdisches Heim” in der aktuellen Regierung mit einer extrem rassistischen Verteidigungsministerin. Würden Sie sagen, Sie sagen es ja im Buch, es ist ein faschistischer Staat.

Fariss W.: Ich sage es eindeutig: Israel ist ein faschistischer Staat.

KenFM: Es gibt über 50 Rassegesetze für Palästinenser. Es gibt, statt “Für Jude verboten ” nun “Für Palästinenser verboten”. Das ist schon sehr vergleichbar auch mit Südafrika, obwohl Desmond Tutu, der im Buch oft vorkommt auch sagt: Entschuldigung, soweit haben wir es nicht getrieben.

Fariss W.: Das ist wahr.

KenFM: Und das sagen auch die Weißen, die in Südafrika geherrscht haben. Wir haben unsere Townships nicht bombardiert. Lassen wir den Zionismus einfach selber sprechen, nicht dass man uns etwas unterstellt. Ich möchte eine Rede zitieren von Menachem Begin, der, bevor es Israel gab, bei einer Terrororganisation ganz früh dabei war. Und später Ministerpräsident wurde, auch Preise bekommen hat. Er sagte 1982, ich lese das vor. Also ganz offiziell als Ministerpräsident, da kann man sich jetzt ein Bild machen wie man das findet: „Unsere Rasse ist die Herrenrasse. Wir sind heilige Götter auf diesem Planeten. Wir sind so weit entfernt von minderwertigen Rassen, wie sie von Insekten sind. Andere Rassen werden als menschliche Exkremente betrachtet. Unser Schicksal ist es, die Herrschaft über die minderwertigen Rassen zu übernehmen, unser irdisches Reich wird von unseren Führern mit einem Stab aus Eisen geführt werden. Die Massen werden unsere Füße lecken und uns als Sklaven dienen.“ Das sagte Begin. Er bezieht sich da letztendlich auch auf den Staatsgründer Ben Gurion. Dessen Tagebücher kann man lesen. Ich kann nur dringend dazu raten. Gurion sagte schon ganz früh: “Wer das zionistische Problem von einem moralischen Standpunkt aus angeht, ist kein Zionist.” Erstgenanntes Zitat hat ein Ministerpräsident in den 1980ern gesagt. Warum wird das nicht zur Kenntnis genommen, wenn in Deutschland über Israel geredet wird?

Fariss W.: Das ist eine berechtigte Frage, die sich die Menschen in Deutschland dringend selber, nicht nur durch dieses Buch, es gibt derer viele in Deutschland, die sich die Menschen in Deutschland beantworten müssen! Der Terrorist Begin hatte gleichfalls das Bundesverdienstkreuz bekommen, wenn ich mich nicht irre. Zumindest jedoch, soweit bekannt, hat er 1978 den Friedensnobelpreis erhalten. Und wenn Tatsachen in Deutschland nicht gesagt werden können, weil es einem Etikett nicht gefällt, dann haben wir es hier mit einer Nulldemokratie zu tun. Dann haben wir es nicht mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern dann haben wir es mit einem Staat zu tun, der ein pro forma Grundgesetz hat. Wir sollten, wir alle, alle Menschen in Deutschland sollten aufwachen und den Staat Israel als das sehen, was er ist.

Und hätten sie jetzt nicht den Namen Menachem Begin oder Gurion gesagt, und würden wir die Bücher bei Seite tun, sie würden das noch einmal vorlesen: Von wem könnte das Zitat auch sein?

KenFM: Lassen Sie uns zum Beginn der Katastrophe kommen. Der großen Katastrophe. Die NAKBA. Wenn man sich mit der zionistischen Geschichte beschäftigt, dazu werden wir noch kommen, stellen wir fest, die massive Einwanderung nach Palästina begann schon früher. Aber es gab damals noch ein sehr friedliches Zusammenleben in Palästina, wo sich alle Menschen Palästinas als Palästinenser gesehen haben. Und zwar jüdisch arabische, und auch christliche Palästinenser. Sie waren Palästinenser! Und dann hat man sie auseinander dividiert. Nein, du bist jetzt Jude, die bist jetzt Araber, oder, du bist jetzt Christ. NAKBA 1948. Können Sie kurz erklären, für alle die, die diesen Begriff nicht kennen, was ist die NAKBA? Was bedeutet die NAKBA für die arabische Welt?

Fariss W.: Die NAKBA ist das arabische Wort für Katastrophe. In Kurzfassung: Der Überfall Palästinas durch den Zionismus. Der am 14. auf den 15. Mai 1948 begann. Unterstützt durch britisches Militär. Auch, das ist nun leider Fakt, durch tschechische Waenzulieferungen, wurde in dieser Zeit, aber auch schon davor, Massenvertreibung und Massenmord durch Personen wie Begin, Gurion und dergleichen begangen.

KenFM: Diese wurden damals durch die britische Mandatsmacht als Terroristen gesucht. Da gibt es Fahndungsplakate: Wanted!; Die Zionisten haben damals ebenfalls das King David Hotel in die Luft gejagt; mit 18 Toten. Davon die meisten britische Soldaten, die dann in die Staatsposten kamen. Von daher kann man sagen: Terrorismus lohnt sich.

Fariss W.: Auf jeden Fall! Für den, der sich Terrorismus leisten kann. Und das ist offensichtlich Israel.

KenFM: Lassen Sie uns über Zahlen sprechen. Es gab damals 800.000 Enteignungen und Vertreibungen. 531 Dörfer wurden platt gemacht. Die ethnische Säuberung Palästinas, Ilan Pappe hat die Fakten wissenschaftlich in seinem Buch dargelegt. Er hat auch orale Geschichte produziert. Er hat die Menschen befragt. Es gibt ja noch viele Augenzeugen, Überlebende. Wie es auch noch Holocaust-Überlebende gibt. Ilan Pappe lehrt nicht mehr in Israel. Der ist ja ein Nestbeschmutzer. Der ist draußen.

Fariss W.: Ich erachte den Mann für einen großartigen Vorreiter und Denker.

 

KenFM: Pappe hat die Israelis mit der eigenen Geschichte konfrontiert, die sie selber nicht sehen wollen. Wir Deutschen kennen das Problem. Man wollte damals bei den Nürnberger Prozessen auch nichts mehr wissen.

Fariss W.: Ilan Pappe ist Mensch und Wissenschaftler. Er beugt sich keiner Pro- grammwissenschaft; das heißt: Schreibe das so und so, dass es besser für uns Israelis passt. Nein. Er hat faktische Geschichte dargelegt. Dass das Buch nirgendwo in allgemei- nen Buchhandlungen zu finden ist, ist sehr bedauerlich. Aber auch bezeichnend für die offensichtliche Entbildungskultur in Deutschland.

KenFM: Es ist ein Standardwerk, muss man sagen.

Fariss W.: Es ist ein absolutes Standardwerk!

KenFM: Die israelische Geschichte, die wirkliche israelische Geschichte, also nicht der Mythos, die ist in Israel tabu. Diese ist auch in Deutschland absolut tabu. Gleichfalls war lange Zeit die deutsche Geschichte in Deutschland so tabuisiert. Es wurden die alten Kräfte, von Wehrmacht, NS-Politiker, Waen-SS, Gestapo, etc. in die neue Republik hinein gebracht. Also wenn man sich nur Gehlen, BND, Globke, das alles ansieht. Aus diesem Fakt heraus ist doch zu sehen, zumindest die Bundesregierung Deutschlands hat nach eigener Gründung nichts aus der Geschichte gelernt.

Fariss W.: Meines Erachtens Ja. Sie hat nur daraus gelernt: Nie wieder auf deutschem Boden. -wie mir scheint.

KenFM: Aber die Verdrängungsleistung die man damals aufgebracht hat. . .

Fariss W.: …die ist heute ebenso vorhanden. . .

KenFM: …wenn man sich die israelische Geschichte betrachtet. Das macht das spezielle Verhältnis aus, wo ich denke: Eigentlich habt ihr Israelis das Ding umgedreht. Lassen sie uns einsteigen. Die Schuld der UNO. Die UNO hat ja Anteil, dass es Israel heute so gibt. Die UNO hat sich 1948 ermächtigt, „Israel“ Land zu schenken. Die UNO war damals nicht die UNO, die sie heute ist. Das waren eben keine United Nations. Sie war ein kleiner Teil der Nations die dazu kommen sollten. Wie viele Staaten hatte die UNO damals.

Fariss W.: Es gab wohl 1947 einhundertneunundreißig [139] Staaten. Davon haben 50 Staaten der UNO angehört.

KenFM: Sie schreiben, die haben fremdes Eigentum veräußert. Die haben zu den Zionisten gesagt: Wir schenken euch diese Landregion da drüben, Palästina. Genauso gut hätte Schweden Ungarn an Japan verschenken können. Zum Beispiel. – – – Die Resolution 181 bricht UN-Recht selbst. Nämlich, das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Warum hat die UNO das gemacht? Das kann ja nicht wahr sein!

Fariss W.: Aus Unrecht!

Meine feste Überzeugung ist, dass die UNO sich ein selbstgegebenes Recht genommen hat, welches aber doch kein Recht ist. Wenn es andere von Recht ausschließt, kann es nicht mehr als Unrecht sein. Das aber hat die UNO getan. Die UNO mag eine schöne Institution sein, die in Brüssel sitzt und viele weitere. . .

KenFM: …Standorte hat. New York. . . .

Fariss W.: …ja, im Besonderen in den USA. In New York und weitere Zweigstellen. Nur faktisch ist sie nicht vereint. Die UNO ist kein Haus für vereinte Völker.

KenFM: Es gibt ein klares Machtzentrum.

Fariss W.: Ja sicher. Die UNO ist ein Macht- und Interessenzentrum.

KenFM: Israel hat in der UNO momentan einen wichtigen Vorsitz, nämlich welchen?

Fariss W.: Den Rechtsausschuss, wenn ich das richtig sehe.

KenFM: Das muss man sich mal vorstellen. Israel befindet, welche Anträge überhaupt eingebracht werden können. Das heißt: Man braucht gar keinen Antrag, der kritisch mit Israel umgeht, den muss man gar nicht einbringen. . .

Fariss W.: …ja, denn der bleibt schon vorab draußen.

KenFM: Zur UNO-Charta, Sie weisen in Ihrem Buch darauf hin, auch wenn man es weiß, muss man daran noch einmal erinnern: Das, was die UNO beschlossen hat sind keine bindenden Gesetze.

Fariss W.: Ja. Die UNO-Charta selbst ist kein Gesetzeswerk.

KenFM: Was ist die UN-Charta?

Fariss W.: Die UNO-Charta ist, ihr Inhalt stellt bestenfalls Absichtserklärungen dar.

KenFM: Empfehlungen.

Fariss W.: Empfehlungen. Ihr solltet das so und so machen. . . Aber in der Charta ist nichts fixes.

KenFM: Trotzdem, wenn sich jemand nicht an eine UNO-Resolution hält, wenn es zu einer kommt, der kann ja mit Sanktionen bestraft werden. Gegen Israel liegen aktuell über 200 Resolutionen vor. Welche wurde befolgt, welche folgten?

Fariss W.: Die einzige Resolution die befolgt wurde, ist die Resolution 181. Ihr könnt euch auf fremdes Land drauf hocken.

KenFM: Diese Resolution ist umgesetzt worden.

Fariss W.: Ja, das ist die einzige Resolution die Israel jemals sofort umgesetzt hat.

KenFM: Man kann also nicht sagen, dass Israel sich nicht an UNO-Resolutionen hält. Wenn sie passen schon. Aber wenn sie eben nicht passen, der Rest der 200, eben nicht.

Fariss W.: Vollkommen richtig. Dann wird von den USA, von Israel, von einem anderen Zugehstaat ein Veto eingelegt. Dann wird eine Beschwerde eingereicht. Oder man trit sich mit Diplomaten und Unterhändler und dann verschwindet die Resolution vom Tisch.

KenFM: Wie kann es sein, dass ein so kleines Land sich das leisten kann? Während andere Länder, die Sanktionen spüren; beispielsweise Russland mit der Krim. Aber auch Südamerika. Kuba ja immer noch. Kann man in diesem Zusammenhang vielleicht ähnlich sehen. Kuba ist auch ein Land, das unter Dauerterror und Schikane steht. Wie kann es sein, dass ein Staat wie Israel das tun kann, ohne dass die Weltgemeinschaft sagt: Entschuldigt mal, für wen halten die sich denn eigentlich?

Fariss W.: Israel steht unter totalem Protektorat der USA. Von dort kommt das Geld.

KenFM: 38 Mrd. fließen nach Israel. Meistens in Rüstung. Deswegen kann Israel das tun? Aber welche Benefit haben die USA davon?

Fariss W.: Als Brückenkopf und als, um es kurz zu fassen: Als Aggressor in dieser Region.

 

KenFM: Das ist die imperialistische Speerspitze.

Fariss W.: Vollkommen richtig, ja.

KenFM: Hat es eine geopolitische, oder hat es auch eine psychologische Komponente? Wir können überall, wir können sogar in einem arabischen Großraum ein imperialistisches Zentrum schaen. Das kriegt ihr Muslime, Araber, Antiimperialisten da nicht weg.

Fariss W.: Diese Komponente ist gleichfalls gegeben. Der geostrategische, der politi- sche, der psychologische Aspekt. Dass sich eine Regierung eines Staates wie die USA in diese Region setzt, ist mehr als Zündsto.

KenFM: Also teile und herrsche, als Spiel der Taktik.

Fariss W.: Es is eine menschenverachtende Taktik. Initiiere Kriege und überdecke diese mit abstrusen “Demokratiesierungsmissionen”, die defacto Demokratiesierungsbom- bardements sind.

KenFM: Wenn man sich mit der Geschichte Israels beschäftigt, dann stößt man, von der Staatsgründen bis heute, auf chronische, tägliche Kriegsverbrechen.

Fariss W.: Ja. Die Liste der israelischen Kriegsverbrechen ist enorm und lang. Und das dazu bei bedauerlicher Weise 70jährigen Bestehen dieses unnatürlichen Staates, denn dieser entstand ja nicht aus sich heraus, aus einem Volk, einer Nation, einer Kultur. Der Staat Israel wurde am militär-strategischen Reisbrett konstruiert.

KenFM: Wir können diese Kriegsverbrechen unmöglich alle auflisten. Auch wenn es davon viele Bücher gibt. Da bräuchten wir mehrere Sendungen und würden trotzdem nicht fertig werden. Lassen Sie uns trotzdem bei einer Geschichte anfangen, die schon einen bösartigen Namen trägt: “Gegossenes Blei” im Jahr 2008 zu 2009. Was war das für eine Operation? Israel hat stets verrückte Namen für ihre Operationen. Gegossenes Blei; was waren die Folgen von “Gegossenes Blei”?

Fariss W.: Totalbombardierung.

KenFM: Von Gaza.

Fariss W.: Von Gaza; von Raffah bis kurz vor Sderot. Der Gaza-Streifen ist etwas kleiner als die Stadt Köln. Dort leben 1,8-1,9 Millionen Menschen unter widrigsten Bedingungen. Dieser kleine Küstenstreifen wurde von Seeseite, vom Luftraum und danach von Landwege derart bombardiert, dass wir nicht einmal ansatzweise eine Vorstellung haben, welches Leid dort mit Massenvernichtungswaffen ausgeführt wurde.

KenFM: Eine der Taktiken Israels ist immer, eine unverhältnismäßige Gewalt an- zuwenden. Das ist brutal! Hat man Krankenhäuser bombardiert, hat man Splitter- bomben reingesetzt, hat man Weißes Phosphor; hat man Weißes Phosphor eingesetzt. Hat man versucht, den Laden platt zu machen, mit der Bevölkerung. Die Palästinenser können ja nicht raus. Sie können nicht zur Seeseite raus. Sie können nicht zur Landseite raus. Die Palästinenser haben keinen Flugplatz. Die Palästinenser haben auch keine Armee. Was war das Ziel von “Gegossenes Blei”? Wollte man 1,8 Millionen Menschen ermorden, oder was war das Ziel?

Fariss W.: Ich denke, das Ziel war, so viel wie möglich Menschen zu töten. – – – Mutmaßlich nach der Dahiya Doktrin, so viel Gewalt wie nur irgend geht.

KenFM: Warum? Ich meine, die Welt guckt doch zu! Das lässt sich doch nicht verheimlichen.

Fariss W.: Sehen Sie, dann wird 4 Wochen darüber gesprochen, wie böse die Israelis, die bösen Palästinenser behandelt haben. Letzten Endes steht schon der nächste Eskapismus im Fernsehen vor der Tür. Und die Palästinenser sind vergessen. Es wird formuliert: “Selbstverteidigungsrecht”, wie es die Bundeskanzlerin gesagt hat.

KenFM: Es hat ja auch die Hamas “Schuld”… Die Palästinenser sind ja selber Schuld… Warum widersetzen die sich mit Steinen und Raketchen.

Fariss W.: Prof. Finkelstein hat es einmal so formuliert, das wäre so, als würde ein kleines Kind von einem 120 Kilo Bodybuilder verdroschen werden. So ist die Relation. Also es kann hier nicht von einem Selbstverteidigungsrecht der Israelis ausgegangen werden, so, wie es auch die Bundeskanzlerin Merkel gesprochen hat.

KenFM: Aber es kann ja davon ausgegangen werden, dass es ein Selbstverteidigungs- recht der Völker gibt. Warum wird bei der Diskussion immer vergessen, dass Israel eine Besatzungsmacht ist? Da wehrt sich ja jemand gegen 70 Jahre Besatzung. Alle Verhandlungen, alle Friedensgespräche haben nur dazu geführt, egal was die Palästinenser gemacht haben, dass sie aus ihrem eigenen Land verdrängt werden, und das Land immer kleiner wird. Das sieht man doch! Wie kann vor allem die “Linke” in Deutschland das schön reden? Können Sie mir das erklären?

Fariss W.: Ich denke nicht, dass es heute noch eine “Linke” in Deutschland gibt. Also eine realistische Linke wie beispielsweise in der Vorstellung genannten Norman Finkelstein oder Moshe Zuckermann, oder Noam Chomsky. Es gibt doch keine realistische “Linke”. In meinem Buch sage ich, es gibt eine Showtanzgruppe, die auf der linken Seite steht. Aber diese keine realistischen linken Positionen vertritt. Und was linke Positionen sind, dass sollte jedem klar sein.

KenFM: Warum hat die “Linke”, die wir noch haben, warum hat die so große Probleme, Imperialismus als Imperialismus zu benennen? Das tut die “Linke” ab und zu noch, wenn es um amerikanischen Ressourcenkrieg geht. Aber wenn es um Israel geht, tut sie es eben nicht, sich klar links zu positionieren. Da heißt es dann: Ja die Israelis dürfen nicht so hart zuschlagen. Aber es darf auch keine Raketen von den Palästinensern geben.

Ich will jetzt mal ein bösartiges Beispiel bringen: Niemand sagt, also die im Warschauer Getto durften auch nicht SS-Angehörige angreifen, wo ich aber sage: Was machen die denn da eigentlich in diesem Getto? Würden sie diesen Vergleich zulassen, oder sagen Sie: das können sie nicht vergleichen?

Fariss W.: Natürlich lasse ich den Vergleich anderer Menschen zu.

KenFM: Aber immer wenn man so etwas macht, dann kommt der Absolutheitsan- spruch. Worte wie Deportation zum Beispiel, sind fest mit dem Holocaust verbunden. Sie sprechen im Buch auch von Premiumopfer, die der Holocaust hinterlassen hat.

Fariss W.: Es gibt kein Eigentumsrecht auf Worte, auf Bedeutungen. Es liegt nun einmal eine Vertreibung, eine ethnische Säuberung, Deportationen in Palästina vor. Wir sollten nicht in die Niederungen gelangen, das nicht auch als Tatsache zu benennen.

 

KenFM: Aber sobald jemand das Wort Deportation nutzt, meldet sich der Zentralrat der Juden und sagt: Entschuldigung, das ist unser Wort. Deportation ist fest verknüpft mit dem Holocaust. Dem widersprechen sie?

Fariss W.: Absolut! Der Zentralrat der Juden, der kann ja kommen, und sagen: Hört alle zu, das ist jetzt unser Wort. Das haben wir seit 1945 als eingetragenes Warenzeichen. Oder was auch immer. Spielt alles keine Rolle. – – -Es ist Allgemeingut. Sprache ist jedes Menschen Kultur.

KenFM: Aber dass wir in Deutschland, die Linke, die Intellektuellen, dass die so damit umgehen, das hat auch mit dem Holocaust zu tun. Sie sagen, ich wiederhole es noch einmal: Der Holocaust, und vor allem die, die ihn ausschlachten, die Holocaust-Industry, wie Finkelstein es sagt, hat Premiumopfer, böses Wort, trifft aber letztendlich zu, generiert. Es gab 6 Millionen Juden, unbestritten. Aber es gab ebenso 27 Millionen Russen die umkamen. Es gab Hunderttausende Linke, Intellektuelle, Homosexuelle, Andersdenke; nicht-Nazis. Nicht Mitmarschierende sind umgekommen. Trotzdem erhebt man hier diesen Absolutheitsanspruch und will keinen Vergleich. Als wäre es ausschließlich um die jüdischen Menschen gegangen. Man vermischt hier, man sprengt eine „Konkurrenz“ in die jüdischen Opfer hinein. Warum macht man das und wieso kauft man das ab in Deutschland?

Fariss W.: Aus Unvernunft.

KenFM: Oder ist es Bücklingtum?

Fariss W.: Das sind dann die Folgen aus Unvernunft, bücklinghaften Verhalten, einem höheren Ziel, und das Ziel heißt Imperialismus. Das heißt ewige Werte für Dinge, wo nichts ewig sein kann. Nichts ist immerwährend.

KenFM: Auch nicht diese historische Schuld?

Fariss W.: Es gibt eine Schuld. Jedoch nicht alle Deutschen, sondern die der “Mitmar- schierenden”. Diese Deutschen, die mitmarschiert sind und mit gemordet haben. Deren Schuld kann nicht meine Schuld sein. Und diese Schuld kann auch nicht die Schuld der Generation der Jugend von heute sein.

KenFM: Sie schreiben in Ihrem Buch, es gab in Deutschland auch sehr viele Antifa- schisten, die meint Frau Merkel ja dann kollektiv mit; die auch[!] umgebracht wurden. Und da sagen Sie ganz klar, ich kann dieses Buch nur dringend empfehlen, wenn man von “den Deutschen”, “die Deutschen” spricht, aber es war die deutsche Elite, die deutsche Industrie, die deutschen Banken, die deutschen Hersteller von Massen-vernichtungswaen. Also das, was wir heute auch wieder haben. Und dann sind es aber “die Deutschen”. Das könnten auch Leute benutzen und sagen: Also dann bin ich unschuldig. Wollen Sie das damit sagen? Der kleine Mann, der mit denunziert hat, war der mit unschuldig?

Fariss W.: Das sage ich nicht. Ich sage, dass die Größen wie Pferdemenge, Krupp, Flick und die ganze Gruppe, derer, die am Mord, an Tötungen, an Gewinnmaximierung grandios verdient haben. . .

 

KenFM: …das Kapital. . .

Fariss W.: …nach 1945 alle reintegriert waren. Ich sage: Diese Deutschen[!], diese Deutschen haben Schuld verursacht. Nicht im Namen der Deutschen, und auch nicht die Deutschen per se.

KenFM: Aber auch die deutschen Medien haben damals denen, die nicht mit mar- schieren wollten mächtig eingeheizt. Sehen Sie Parallelen zu heute, wenn man nicht kollektiv gegen Russland hetzt, dass wieder Deutschland in einen Krieg geführt wird, der später, wenn er geführt wird, gewinnen kann ihn keiner, wo es dann wieder heißt: Die Deutschen haben. . . !

Fariss W.: Bedauerlicher Weise sehe ich Parallelen.

KenFM: Aber, was raten Sie denn dem Leser. Es gibt ja diesen Spruch: wenn du dich nicht um Politik kümmerst, kümmert Politik sich um dich. Das ist so. Aber wenn man in einem Arbeitsverhältnis steckt, da muss man sich heute sehr genau überlegen, auch wenn es ein privater Facebook-Post ist, wenn man sagt, dass man Putin dierenziert sieht. Palästina dierenziert sieht. Irgend etwas, was nicht in das amerikanische Imperium passt. Dann wird man nicht nur von Facebook rausgeschmissen, das gibt es in Deutschland auch schon. Beispielsweise Annette Kahane, IM Viktoria, die einen dann denunziert, wie früher in der DDR, macht sie das jetzt hier. Was ist das für ein Klima?

Fariss W.: Ein völlig sinnbefreites, und vernunftwidriges Klima. Solch ein Klima lässt Werdung des Menschen überhaupt nicht mehr zu. Ich kann mich doch nur bilden durch mich selber. Aber wenn ich in die deutschen Medien schaue, in die Premiummedien, dann sehe ich böser Russe hier, und guter… …so simple wie ich es sage, ist es ja de facto auch, wenn man mal die schönen gestellten Bilder bei Seite lässt, und guter NATO-Partner, unsere Partner auf der anderen Seite.

KenFM: Und Donald Trump wird nur dann gelobt, wenn er Raketen auf Syrien schießt. Dann kriegt er gute Presse.

Fariss W.: Ja, nur Leute bedenkt!
Was tun wir einem Volk an?!
Was tun wir einer Nation an, die uns niemals etwas getan hat?
Mein Vater war in den 1980ern in Syrien, hat mir Spielzeug mitgebracht, und hat von seinen Reisen berichtet. Er hat damals schon berichtet, Syrien war ein weit entwickeltes Land. Mit sozialen Einrichtungen, Krankenversorgung. Es haben Juden, Christen, Muslime zusammengelebt.

KenFM: Syrien ist eine ganz alte Kulturnation!

Fariss W.: Ja! Dem Nachbarn hat es nicht interessiert, wer wo in welche Richtung betet. Er ist mein Freund, ist mein Nachbar. Fertig aus.

KenFM: Syrien war aber auch schon einmal Opfer von Kolonialismus, und der erste Staat, der 1947 von der CIA geputscht wurde. Dann erst kam der Iran 1953.
Lassen Sie uns einen Sprung in das Jahr 2014 machen; wieder Gaza. Was ist dort passiert.

Fariss W.: In Anbetracht der Tatsache, dass Israel so häufig schon mit Brachialgewalt den Gaza-Streifen attackiert hat. . . , es war wohl “Protective Edge”.

KenFM: Also ein erneutes Zuschlagen. Ich kann Ihnen ein paar Zahlen geben, wenn sie sie nicht mehr auf der Pfanne haben. 2.000 Palästinenser wurden ermordet. Die Palästinenser haben keine Armee. 10.000 Personen wurden verletzt. 216 Schulen wurden platt gemacht, und zwar mit und ohne Schüler. 33 Krankenhäuser wurden ebenfalls platt gemacht. Im Gegenzug gab es 5 zivile Israelis die starben, sowie 67 Soldaten.

Fariss W.: Allein die Zahlen zeigen oensichtlich: Die Gewalt, die massive Gewalt, die von Israel ausgeht. Diese steht in keinerlei Relation.

KenFM: Aber das will man. Man möchte so brutal abschrecken, dass die Leute eingeschüchtert sind. Das ist das, was man möchte.

Fariss W.: Ich denke vielmehr, dass Israel den Gaza-Streifen tatsächlich unbewohnbar machen will. Das ist letztes Ziel, dass die Palästinenser ihre Heimat tatsächlich irgendwann einmal verlassen müssen.

KenFM: Wenn man in Deutschland in den deutschen Medien auch Menschen wie H. M. Broder hört, dieser sagt: Ja, den Palästinenser geht es gut, die sind selbstbestimmt im Gaza-Streifen. Die Menschen in Gaza sind so frei, wie in jedem anderen Getto. Die können sich in einem Getto so frei bewegen unter den gegebenen Verhältnissen. Diese Sicht ist auch eine absolut menschenfeindliche Sicht. Wahrscheinlich hat es irgendetwas mit seiner Vergangenheit zu tun hat. Da muss er irgendwas aufarbeiten. Wenn wir nun danach sehen, wie es sich in Gaza, wie es sich im Westjordanland mit den Wasserrechten verhält. Sie kommen in Ihrem Buch auf einen deutschen Hydroingenieur – Clemens Messerschmid– zu sprechen. Die Palästinenser haben nicht das Recht auf palästinensischem Land einen Brunnen zu bohren, oder auch nur ohne Genehmigung Regenwasser aufzufangen. Das Regenwasser auf palästinensischen Dächern gehört dem Staat Israel. Das ist die Wahrheit, das denken Sie sich nicht aus. – – – Was ist das? Ist das Rassismus?

Fariss W.: Das ist blanker Rassismus, der sich sogar in den Grundbedürfnissen: Essen, Trinken äußert.

KenFM: Es ist aber nicht so, dass Israel Wasserknappheit hat. Das Westjordanland hat genug Wasser. Sondern, es ist praktisch eine Belagerung. Man möchte, dass die Palästinenser verrecken. Würden Sie das so sagen?

Fariss W.: Vollkommen richtig, sie sollen verrecken. Ja! – – – Einer der großen Zionisten hat wohl gesagt: Es wird keiner zu Tode kommen. Aber ihr werdet leben wie die Hunde. Und das ist es. Die 5 Prozent die dem Palästinenser auf seinem Land und Boden verblieben sind, die letzten 5 Prozent. . . -und jetzt kommen wir zu einem ganz heiklen Wort- …werden tatsächlich noch absichtlich verunreinigt. Und das sind jetzt keine “Brunnenvergifter”- Geschichten von mir oder von irgendwelchen “Verschwörungs-theoretikern”, die heutzutage verwendet werden, um Menschen zu diskreditieren. Sondern diese Fakten wurden von der UNO festgestellt. Es werden Tierkadaver, als auch Windeln und andere Fäkalien in palästinensische Brunnen hineingeworfen. -von den Siedlertrupps.

KenFM: Israel möchte die Palästinenser dazu bewegen, dass sie aufgeben. Das tun die Palästinenser nicht. Das muss man ihnen wirklich hoch anrechnen. Also die Power, die die Palästinenser haben! Dass sie das durchhalten. Aber all das, wovon Sie hier sprechen, kann ich mir nur erklären, aus einem verinnerlichten, abgrundtiefen Hass. Einem Hass, die Palästinenser nicht mehr als Menschen zu sehen. Das erinnert mich ganz stark an die NS-Zeit. Wenn sie da einen Durchschnittsdeutschen gefragt hätten, der indoktriniert wurde in der Schule, der hat den Juden auch gehasst ohne ihn genau zu kennen. Deswegen hatte er auch kein Problem damit, ihm mit dem Gewehrkolben den Schädel einzuschlagen. Das nicht erstaunliche aus menschlicher Sicht, es ist bekannt, dass man den Menschen mit allerlei Möglichkeit bespielen kann. Dass sich das Judentum so etwas vom Zionismus aufspielen lässt! Ausgerechnet mit der Geschichte, ist für mich unglaublich. Das verstehe ich nicht.

Fariss W.: Sie haben es vollkommen richtig ermessen. Früher wurden abscheuliche Begriffe gegenüber Menschen jüdischer Herkunft geäußert. Und heute werden die Palästi- nenser mit: Sandnigger, Arabushim, Schlange, Tiere auf zwei Beinen; solchen Begriffen betitelt.

KenFM: In Hebron [Original Städtename: Al Khalil] liest man: “Arabs to gas chambers.”

Fariss W.: “Araber in die Gaskammern.” Ja, das stimmt. Und jetzt frage ich: Haben wir das nicht vor 70 Jahren irgendwo schon einmal gelesen?! Gelesen, in den Grenzen von Deutschland von 1933 bis 1945.

KenFM: Alles das, es wird verdrängt. Lassen Sie uns noch speziell auf das Verhältnis Deutschland zu Israel kommen. Angela Merkel hat zum 60. Geburtstag von Israel gesagt, das sind 60 Jahre großartige Aufbauarbeit der Menschen unter schwierigen Bedingungen. Und dann hat sie von “Staatsräson” gesprochen. Das war 2008 in der Knesset. Dass die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson sei. Ich möchte in diesem Zusammenhang Helmut Schmidt zitieren, der 2010 mit Fritz Stern bei “Beckmann” war. Er hat folgendes gesagt:

 

«Die Äußerung von Frau Merkel macht den Eindruck, als ob wir quasi eine Bündnisverpflichtung hätten gegenüber Israel. Die haben wir aber nicht. Und die sollten wir auch nicht von uns aus proklamieren oder anstreben. Ich will auch einmal darauf aufmerksam machen, dass es sich bei Israel um eine nuklearatomar bewaffnete Macht handelt. Und dass Israel, genau wie Pakistan oder Indien, nicht dem Nichtverbreitungsvertrag beigetreten ist.»

Wir geben einem Staat, welchen den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben hat Waffen, U-Boote, die wir auch noch stark subventionieren. Von diesen U-Booten aus Atomwaffen gegen andere Völker abgeschossen werden können. Und das ganze mit dem einen Hintergrund, weil wir eben diesen Holocaust im Hintergrund haben; Massenvernichtung betrieben haben. Wie passt das Zusammen?

Fariss W.: Meines Erachtens wird der Holocaust als eine vollständig statt gefundene Tatsache, jedoch missbraucht und instrumentalisiert. Missbraucht als ein furchtbares Gebilde imperialer Interessen, um diesen Missbrauch in Israel zu installieren. Es kann nicht sein, dass ein Staat von der Größenordnung wie Israel selbst 6 Atom-U-Boote hat und 200 Atomwaffen. Dass nirgends Verträge, die dieser Staat in unzähligen Organisationen vertreten ist, und sich nicht an Verträge hält. Frau Merkel indes aber in der Knesset von einer Staatsräson spricht.

KenFM: Das hat autoritären Charakter.

Fariss W.: Ja natürlich hat das autoritären Charakter!

KenFM: Das hat sie einfach beschlossen. Demokratie zählt bei ihr oft nicht. Sie verkündet Dinge, wie ein Sonnenkönig, und das ist dann einfach so.

Fariss W.: Ja, vollständig richtig. Wir könnten dann auch wie bei Ludwig den 14. das fragwürdige Weltgeschick den Weltlenkern überantworten. Diese dann sagen: Die Welt ist jetzt unser Lustgarten und das ist Staatsräson.

KenFM: Ein Staat definiert sich ja auch über Grenzen. Wo Staat anfängt, wo die Grenze anfängt. Wo man eine Staatsgrenze übertritt, und dann gesagt wird: Hört zu Flüchtlinge, ihr habt die Staatsgrenze übertreten. Wo ist die Grenze Israels, gibt es eine feste Grenze?

Fariss W: Interessante Frage. Die zu beantworten liegt zwischen 20.700 qkm und 27.800 qkm.

 

KenFM: Wieso? Ebbe und Flut, oder was meinen Sie damit?

Fariss W: Ganz wie sich Bundesseiten als auch Israel auslassen.

KenFM: Aber es gibt vom Staat Israel selbst nicht: Das sind unsere Grenzen. Der Staat Israel hat seine Grenzen nicht definiert.

Fariss W: Israel hat keine definierte Grenze.

KenFM: Gibt es noch andere Staaten die so vorgehen?

Fariss W: Mir fällt kein Staat ein, der keine Grenzen hat, sich aber immer weiter ausdehnt.

KenFM: Israel ist aktuell, Sie sagen, ein Frontstaat mit imperialen Interessen. Ohne feste Grenzen. 14,7 Milliarden an Rüstungsausgaben gibt Israel aus. Ich glaube, dass sind rund 17 Prozent des Staatsmsatzes. Naomi Klein, die Sie auch in Ihrem Buch zitieren, Autorin von «Schock-Therapie» schreibt ebenfalls, dass dieser Staat zu unverhältnismäßig großer Gewalt gegenüber Andersdenkenden, nicht nur neigt, sondern auch testet! Gerade in Gaza! Sie sagt: Gaza ist nicht nur ein Gefängnis, es ist ein Labor. Was wird denn da getestet? Das klingt wie Labor und Ratte, und die müssen sich das dann gefallen lassen.

Fariss W: Da ist der Film des Regisseurs Yotam Feldman zu empfehlen: „The Lab“. Der Regisseur weißt nach, dass in Gaza auf dem so dicht besiedelten Gebiet der Palästinenser -Gaza-Streifen- Waffen israelischer Baureihen getestet werden.

KenFM: Auf ihre Handhabbarkeit im urbanen Raum.

Fariss W: Ja. Und danach gibt es eine Messe.

KenFM: Was steht da drauf?

Fariss W: “Battle tested”

KenFM: Das ist ein Verkaufsschlager?

Fariss W: 100 prozentig! Das muss drauf stehen! Die Käuferstaaten wollen das haben. “Battle tested” ist ein Gütesiegel.

KenFM: Ich habe mal eine Reportage gemacht, vor vielen Jahren über das «G36», als es noch nicht auf dem Markt war. Ich war Heckler & Koch, habe mir die Prospekte zeigen lassen. Da hieß es darin: “Die Durchschlagkraft auf Weichziele.” Da habe ich gefragt: “Was sind denn Weichziele?” Dann hieß es, man hat es an toten Schweinen getestet. – – – Wenn Sie sagen: “Battle tested”, dann können die Israelis auch nur Weichziele meinen. Aber das sind dann keine Schweine.

 

Fariss W: Ja, das sind am Menschen getestete Waffen. Wie verhalten sich DIME oder Schrappnell-Waffen am Menschen, an Palästinenser.

KenFM: Es lässt sich dann also vorzeigen, man hat bei dem Einsatz, mit der Waffe so und so viele Menschen umgebracht.

Fariss W: Ja!
KenFM: Und warum ist das kein Thema bei den deutschen “Linken”, in der deutschen Presse? Warum wird darüber nicht geredet? Das ist ja nicht einmal mehr versteckt!

Fariss W: Zum einen: Die “Linken”, sie wollen mitregieren. In einer kleinen Gemeinde, was weiß ich, ein Industriegebiet neu eröffnen. Das Sagen haben. Sie wollen irgendwo mitmachen. Also sagt die “Linke” nichts gegen das, was sie Jahrzehnte vorher, Jahre lang, entschieden bekämpft hat. Die “Linke”, vormals PDS, davor SED. Die haben sich ja gewandelt, eine Zeit lang auch ganz gut. Und dann zu einer Adaptionspartei. Die Presse wird mutmaßlich darüber nicht berichten,. . .

KenFM: Sie nennen sie: Systempresse.

Fariss W: Ja, Systempresse. Oder auch Systemklitsche.

KenFM: Wir müssen, wenn wir uns die israelische Technik anschauen, sie haben viel IT muss man auch sagen. Das heißt Überwachungstechnik, die nach Deutschland verkauft wird. Deutschland hat auch 5 Dronen gemietet, die von Israel aus bedient werden. Grund: In Israel herrscht ein anderes Rechtssystem, was unbemannte Flugkörper angeht.
Wir kennen auch die Sicherheitstechnik an Flughäfen, die ist zumeist israelische Technik ist. Aber Sie sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer Okkupationsindustrie, und weisen darauf hin, dass in den besetzten Gebieten auch Palästinenser zu Niedrigstlöhnen Waren produzieren, die dann auch im KaDeWe angeboten werden. Das ist die gnadenlose Ausbeutung.

Fariss W: Das ist doppelte Abzocke! Nicht nur der Palästinenser Land rauben, stehlen. Die Jahrhunderte alten Olivenhaine roden, damit Yaffa-Orangen oder dergleichen Carmel-Weine, dass das KaDeWe 8 Flaschen israelische Weine im Regal hat. Und diese Produktentnahmen, dieser Ackerbau wird von den Niedrigstlöhnern, den Palästinensern ausgeführt.

KenFM: Ich erinnere mich daran, dass Spitzen der SPD nach Israel gefahren sind und haben auf diesem geraubten Land Bäume gepflanzt. Das wurde dann als „Friedensmission“ deklariert.

Fariss W: Ja, Herr Frank-Walter Steinmeier war auch dabei.

KenFM: Auch palästinensische Friedhöfe werden platt gemacht. Da werden Einkaufs- zentren darauf errichtet.

Fariss W: Es gibt derart viele Belege über die Schändung von religiösen als auch Totenruhestätten. (Anm.: Eid Hawd ehem. Moschee – – – heute Touristenkneipe Rosa) Ausgeführt durch Israel. Ist im Internet alles frei verfügbar. Und wir sollten dieses Netz tatsächlich um mehr nutzen als nur “Hello Kitty” oder dergleichen rauszugucken.

KenFM: Wenn man in Deutschland gegenüber Israel sich äußern würde, dass weitere Reparationszahlungen nur dann stattfinden, wenn sie das Wort Holocaust aus dem Sprachwortschatz streichen, dann gäbe es sicherlich einen Aufschrei. Wenn jemand so etwas auch nur laut denken würde. Der könnte sich verabschieden.

Es ist aber so, dass in Israel das Wort NAKBA verboten ist. Das ist auch bekannt, wenn die Palästinenser das Wort NAKBA, ihre Vertreibung, dieses Wort weiter verwenden, dann kann es keinen Frieden geben.

Fariss W: Die Bezeichnung Palästinenser wird ja auch nicht verwendet. Alles, was mit dem Volk Palästinenser als Identifikation zu tun hat, ist terminologisch gestrichen.

KenFM: Hat schon Golda Mayr gesagt: “Es gibt kein palästinensisches Volk.”

Fariss W: Und schon wieder sind wir in der deutschen Geschichte. Woher kennen wir das?! Und wenn die Jugend von heute nicht langsam mal aufwacht! Dass hier passiert, was 1933 bis 1945, nicht in der Quantität, jedoch sehr wohl in der Qualität geschehen ist. Dieses Ignorieren ist hoch gefährlich!

KenFM: Aber vielleicht hat das auch damit zu tun, dass wir so wenig hören dagegen, weil uns das so stark an uns erinnert. Dass wir dann wieder sagen: Dann hätten wir ja schon viel früher einschreiten müssen. Also marschieren wir mit. – – – Das ist schon ziemlich lange bekannt! 70 Jahre geht das. Es gibt, so glaube ich, niemand, der in den letzten 20, 10, 15, 30 Jahren -man nennt das ja “Konflikt”-nicht mitbekommen hat, was den Palästinensern angetan wird. Jeder hat das mitbekommen! Da gab es keine Friedensphase.

Fariss W: Es gab nur ein Ausbleiben von Massentötungen. Getötet wird in Israel gegen Palästinenser gut täglich. Zwischen 5 und 7 Palästinenser gehen pro Woche in Israel drauf.

KenFM: 7000 Palästinenser sitzen in israelischen Zuchthäusern. Viele davon sind Jugendliche. Es gibt die Administrativhaft. Das heißt, wenn wir den Verdächtigen nicht bekommen, dann nehmen wir die Familie [des Verdächtigen] mit und sagen der auch nicht, wie lange sie gesiebte Luft atmen muss. Darin gibt es auch kein Besuchsrecht. Das ist ebenfalls alles Psychoterror, was mich spontan an Guantanamo erinnert. Guantanamo ist eigentlich ein Copyshop von dem, was in Israel Dauerzustand ist. Man muss kein Palästinenser sein, um schlecht behandelt zu werden. Es gibt in Israel bekanntermaßen zwei Rechtssysteme. Und zwar für jüdische Israelis und arabische Palästinenser, oder palästinensische/arabische Israelis. Da gilt das alte Militärrecht der Briten. Das kann man sich kaum vorstellen. Und es gibt mehr als 50 rassistische Gesetze. Aber auch wenn man als schwarzer Flüchtling aus Afrika kommend, nach Israel einreist, hat man Probleme. Man wird nicht gerne gesehen. Man landet in der Negev-Wüste in einem Lager.

Fariss W: Ja, Holot.

 

KenFM: Die Zahl die ich gelesen habe, ich kann es gar nicht glauben. Vielleicht können sie das einmal bestätigen: Seit der Gründung Israels hat es 99,9 Prozent aller Asylanträge abgelehnt, und insgesamt 200 Asylbewerber aufgenommen. Das kann doch nicht sein!

Fariss W: Ja! Es werden zwar kurzzeitig ein paar Asylbewerber aufgenommen, damit die Statistik -i.B. für Israel-Werbung im Ausland- stimmt, und diese vorgezeigt werden kann.
Jedoch Fakt ist, es werden keine Asylsuche aufgenommen. Außer nach Holot. Der Ab- schiebeknast in der Negevwüste.

KenFM: Ich möchte auf etwas zu sprechen kommen, was ich an Ihrem Buch schätze. Die israelische Besatzung und all seine militärischen Handlungen, werden als Konflikt dargestellt. Es wird alles als wahnsinnig komplex, die ganze Situation, dargestellt.
Sie sagen: Es ist nicht komplex! Mord ist nicht komplex! Es gibt Täter, und es gibt Opfer. Und diese Täter und Opfer kann man auch zählen.

Fariss W: Vollständig! Alles ist zählbar!

KenFM: Wie ist es Ihnen denn gelungen, dass Ihnen hierbei nicht der Durchblick verloren ging? Dass die israelischen Handlungen, gar nicht so komplex sind?

Fariss W: Jedes Wort, darüber hatten wir vorhin schon gesprochen, hat eine Bedeutung. Beispielsweise: Deportation. Das Wort Deportation bedeutet eben nicht, “die Deportation von Juden”, sondern lautet Deportation. Genauso werden Palästinenser deportiert. Nichts an diesem Verbrechen ist komplex! Es handelt sich um keinen Konflikt zwischen Staat Israel, zu den Palästinensern. Dazu müssten zwei Seiten vorhanden sein, die auf Augenhöhe stehen. Aber dem ist nicht so. Es gab auch nie in den letzten Jahren einen tatsächlichen Krieg…

KenFM: …sondern ein Abschlachten.

Fariss W: Absolut. Es gibt Abschlachten.

KenFM: Auch das Apartheidsystem in Südafrika war nun auch kein Konflikt zwischen “Schwarzen” und “Weißen”! Das war Käfighaltung.

Fariss W: Käfighaltung. Fertig, aus. – – – Deutschland sollte aufhören, mit Verbalkeulen den Fakt der israelischen Verbrechen zu zuhämmern, dass keiner mehr das mitkriegt, dass keiner mehr daran rütteln dürfe.

KenFM: Wenn wir das auf Südafrika übertragen, dann sehen wir auch, wie wir das Gehirn gewaschen bekommen haben. Nelson Mandela hatte einen “Konflikt” mit dem weißen Regime in Südafrika. Umgedreht wurde dargestellt: Wenn die “Schwarzen” nicht aufhören, die “Weißen” anzugreifen, dann kann es nie Frieden in Südafrika geben. Das hat ja niemand gesagt. Da gab es auch Sanktionen. Man kaufte keine Waren aus Südafrika, so lange sich das Apartheidregime so verhält. Sie schreiben, sie möchten Null Import aus Israel.

Fariss W: Absolut Null Import!

KenFM: Sie möchten gar nichts von dort!

Fariss W: Ausdrücklich absolut keinerlei israelische Produkte. Grundsätzlich gar nichts aus Israel! – – – Wenn es verifiziert, dass es sich um rein palästinensische Produkte handelt, dann Ja. Aber israelische Produkte: Null. Auf keinen Fall! Und auch keine Zuliefererindustrie israelischer Produkte und Firmen. In keiner Weise kaufen oder unterstützen.

Es gibt in Deutschland genügend Firmen, die sich sehr solidarisch mit dem Staat Israel zeigen. Auch diese Firmen, aus Werbegründen nenne ich hier kein Beispiel, auch deren Produkte sollen und müssen wir tunlichst meiden! Noam Chomsky sagt, und das vollkommen zu Recht: Und wir sollten auch noch einen Schritt weiter gehen. Amerikanische Produkte, die Israel in eine bessere Position setzen, diese und müssen wir ebenfalls meiden.

KenFM: Aber das betrifft ja dann eine riesige Produktpalette.

Fariss W: Es gibt auch wunderschöne andere Produkte auf der Welt, die wir aus nicht aggressiven Ländern kaufen können.

KenFM: Dass die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel, dass Israel mit den USA so gut zusammenarbeitet, hat natürlich damit zu tun, dass die Vereinigten Staaten von Amerika der Hauptpartner sind. Das heißt, wenn die Israelis nicht mit eigenen Waffen kämpfen, und deutsche Waffen geschenkt bekommen, natürlich vor allem mit amerikanischen Waffen. Auch die ganzen Sicherheitssysteme. Zäune, die Mauer die dort errichtet wurde. All das zahlt auch der amerikanische Steuerzahler.
Mann muss dazu sagen, ein Großteil der amerikanischen Bürger, 50.000.000 US-Amerikaner leben von der Stütze. Wenn die wüssten, was mit ihren Steuergeldern geschieht, das fänden sie bestimmt auch nicht so gut. Aber lassen uns einmal auf das Verhältnis Europa und Israel zu sprechen kommen. Noch einmal Sykes-Picot und die Balfour Erklärung. Können sie bitte für diejenigen kurz zusammenfassen, für die, die es nicht wissen, was ist damals passiert? Was hatten Balfour und Sykes-Picot mit Palästina zu tun? Dies vielleicht für die Youtube-Generation kurz zusammengefasst.

Fariss W: 1917 wurde von Lord Balfour eine Erklärung ausgegeben, an die Zionisten: Ihr könnt Palästina haben. – – – Aus diesem Grund wird auch dieser Tage auf das 100jährige Bestehen der Balfour-Erklärung weltweit aufmerksam gemacht. 100 Jahre Unrecht. Dass dem nach wie vor so ist, hat mit der Situation von uns als Europäer zu tun, dass wir nicht dagegen handeln können, was die Engländer ausbaldowert haben.

KenFM: Man muss dazu sagen, Balfour hat in diesem Papier eindeutig geschrieben, dass er den Zionisten die Möglichkeit gibt, in Palästina einzuwandern, und hat dies unterstützt. Aber Balfour schrieb eben auch, für ihn ist es vollkommen klar, keine einseitige Machtverschiebung. Sondern, sowohl die Palästinenser, die Araber, als auch die Zionisten sollen dort gleichberechtigt nebeneinander leben. Das war die Idee, aus der nichts geworden ist. Meinen Sie, dass man Balfour auch über den Tisch gezogen hat?

Fariss W: Mutmaßlich. Über den Tisch gezogen ist die gesamte Balfour-Deklaration dem Grunde nach. Denn ich kann doch niemandem etwas schenken, was mir nicht gehört!

KenFM: Warum haben die Briten dies überhaupt getan? Was hatten denn die Zionisten den Briten zu bieten gehabt? Die Balfour-Deklaration ist gewiss nicht selbstlos passiert.

Fariss W: Es ist so, dass die Briten, die Gegenwehr der Palästinenser mittels Zionisten unterdrücken wollten.

KenFM: Nach dem Motto, dass die Zionisten sonach die Verbündeten der Briten sind. Die Zionisten benötigen uns Briten, folglich sind diese auch von uns Briten abhängig. Denn, wir wissen nicht, wenn wir Briten uns zurückziehen, ob wir dieses Land verlieren. Gerade als Brückenkopf und ölreiche Region.

Fariss W: Vollständig. Palästina war eine Jahrhunderte alte Handelsroute.

KenFM: Hier sehen Sie die Verstrickung der Europäer. Wird dies bei den Europäern gesehen, und also verdrängt, weil die Europäer sich andernfalls Fragen stellen lassen müssten? Sind wir tiefer in der Geschichte als wir wahrhaben wollen?

Fariss W: Ich bin der Überzeugung, dass wir tiefer im Missbrauch der Geschichte sind als die Menschen in Deutschland darüber unterrichtet werden.

 

KenFM: Lassen Sie uns auf das Positive in Ihrem Buch kommen. Ihr Buch ist eine Zustandsbeschreibung. Wenn man als Israeli oder Tourist nach Tel Aviv [Originalname: Tal Abib-Yafa] kommt, kann man dort eine schöne Zeit haben. Das muss man auch sagen. Genauso konnte man 1936 an den Olympischen Spielen teilnehmen, und es war auch toll. Es gibt in Israel auch Friedensgruppen. Beispielsweise “Breaking the silence”, die auch Ausstellungen gaben. Sie hatten es schwer. “Breaking the silence” besteht aus ehemalige Elitesoldaten, die in den besetzten Gebieten Dinge taten, die so belastend waren, dass sie gesagt haben: Das widerspricht nicht nur dem Judentum, das widerspricht dem Menschsein! Das wollen wir nicht tun. “Breaking the silence” sind Whistleblower, wurden 2004 gegründet. Können sich beides vielleicht kurz umschreiben.

Fariss W: “Breaking the silence”, hier handelt sich um ehemalige Soldaten, die Aus- stellungen über ihre Kampferlebnisse organisieren. Sie weisen an Hand von erlebter Geschichte, durch Augenzeugenberichte, Misshandlungen, Schikanen, Überfälle auf Pa- lästinenser hin. Sie berichten von Waffen die definitiv nicht zur Verwendung kommen durften. Exemplarisch Phosphoreinsätze, wo der Kompanieführer sagte, es handele sich nur um Blendgranaten. . .

KenFM: Aber es handelt sich um Weißer Phosphor, der die Menschen vernichtet. . .

Fariss W: …sich durch die Menschen durchbrennt. Durch die Knochen durchbrennt bei lebendigem Leib!

KenFM: Ich befinde es für gut, dass es Organisationen gibt, die das auch aussprechen. Wenn solche Organisationen in Deutschland eine Ausstellung machen wollen, dann wird es schwierig. Es werden den Organisationen die Ausstellungsräume gekündigt. Auch Ilan Pappe hat bei Lesereisen und Bildungsvorträgen Schwierigkeiten, und dies als jüdischer Historiker!

Fariss W: Ja, ich habe das verfolgt. (-zuletzt 2016 in München)

KenFM: Auch ein Moshe Zuckermann hat Schwierigkeiten. (-zuletzt Frühjahr 2017; München/Tutzing)
Herr Wogatzki, lassen Sie uns über BDS sprechen. Es wird in immer mehr Ländern Europas gesagt: BDS ist antiisraelisch, ist antisemitisch. Wer sich für BDS stark macht, dessen Konto wird auch gekündigt. Ist BDS etwas verwerfliches? Etwas legales? Für was steht BDS und welche Ziele verfolgt BDS?

Fariss W: Jedenfalls nicht das, was der BDS nachgesagt wird. BDS Boycott Desin- vestment Sanction. Sanktionen gegen Israel. Kapitalentzug zu Israel und Israel in seiner Gesamtheit kulturell, wirtschaftlich, monetär vollständig boykottieren.

KenFM: Aber spricht BDS damit das Existenzrecht Israel ab? Weil, wenn das passiert, wovon lebt dann der Staat? Das wäre dann vollkommene Isolation.

 

Fariss W: Der Begriff “Existenzrecht” wurde an die Deutschen noch nie ausgegeben, oder gefragt: Herr Wogatzki, zeigen sie mal ihr Existenzrecht. Oder Frau Bundeskanzlerin. Oder Volk von Deutschland.

KenFM: Gut, ich frage anders. Was soll denn BDS erreichen? Soll Israel von der Landkarte verschwinden? Sollen die Israelis weggehen, oder soll Israel einen Wandel durchmachen? Was ist das Ziel von BDS, denn Sie, Herr Wogatzki, wollen ja keine Zurückvertreibung, das wollen Sie nicht?

Fariss W: Grundsätzlich will ich das, was der Palästinenser Recht ist.

KenFM: Was ist der Palästinenser Recht?

Fariss W: Ihr Recht ist ihr Land!

KenFM: Ist es möglich, dass Israelis und Palästinenser, wie es früher der Fall war, in Palästina wieder zusammenleben können?

Fariss W: Juden und Muslime als Palästinenser, 100 Prozent!

KenFM: Also damit haben Sie kein Problem?

Fariss W: Absolut nicht. Drusen, Christen. . . Alle; Juden, Muslime. . . Die hockten da an der Levante. Die haben ihre Oliven angebaut.

KenFM: Wie würden Sie solch einen Staat nennen, würden sie sagen, solch ein Staat wäre ein demokratischer Staat für alle seine Bürger?

Fariss W: Für alle seine Bürger inklusive der religiösen Ausrichtungen. Es gab genauso sowohl Kommunisten, Atheisten. . . Sie lebten zusammen. Es war Ihr Palästina! Ob nun Jude oder Muslime.

KenFM: Das heißt, wenn Israel seinen Zionismus aufgeben würde, dann hätte es als palästinensisch-israelischer Staat ein Existenzrecht?

Fariss W: Der Begriff „Existenzrecht“. . .

KenFM: …der wird ja benutzt. Ich will ihn nutzen. Man wäre doch nicht auf die Idee kommen, damals zu sagen, wenn „sie“ damals auf die Idee gekommen wären, Nationaldeutschland hat ein Existenzrecht. Niemand konnte ein Existenzrecht für ein nationalsozialistischen Staat haben. Es gibt ein Existenzrecht für Deutsche, für Deutsch- land. Aber doch nicht für ein nationalsozialistisches Deutschland. Aber man möchte, bezogen auf Israel, Existenzrecht für ein zionistisches Regime. Es gab kein Existenzrecht für den Apartheidstaat Südafrika. Es gibt ein Existenzrecht für Südafrikaner, aber es gab kein Existenzrecht für den Apartheidstaat Südafrika.

Fariss W: Vollständig richtig, ja!

KenFM: Also, was meinen Sie, wo ist das Problem? Demokratie kann man doch. Man weiß doch, wie sie geht.

Fariss W: Ja aber doch nicht mit den Sandniggern zusammen. Entschuldigen Sie bitte, wenn ich dieses böse Wort verwende. Israel soll ausschließlich und reinrassig zionistisch sein.

KenFM: Nicht jüdisch?

 

Fariss W: Das geht doch gar nicht! Die Juden, das heißt, Gläubige der jüdischen Religion warten darauf, dass durch Gott (Al- lah, Dieu, Dios) Israel gegeben wird. Nicht, dass ein Herr Gurion oder ein Herr Weizmann oder wer auch immer durch das Hintertürchen in der UNO dann noch abgekaspert hat, den drehen wir noch auf die Seite mit der Abstimmung Resolution 181. -und installieren ein “Israel” auf Palästina.

KenFM: Wenn man das so sieht, muss man sagen, die Juden, die so religiös sind, könnten lange warten bis ihnen Gott Israel gibt.
Doch der gläubige Jude selber, er definiert sich dadurch, dass er die Thora hält und die Mutter eine Jüdin ist. Ihr Aussage ist etwas für Leute Thora -treue Juden, das heißt, die religiös sind. Es gibt aber jede Menge nicht religiöse Juden; ich glaube 65 Prozent der israelischen Bewohner mit jüdischem Hintergrund sehen sich gar nicht als religiös, doch der Zwang des Zionismus ist umfassend. Es ist vergleichbar, als würde man sagen, alle Amerikaner seien Scientologen. Das ist natürlich absurd! Das Problem ist nicht unlösbar. Man müsste doch nur das tun, was alle anderen Staaten auch versuchen zu tun: Menschen der unterschiedlichsten Hautfarbe, Religionen, Einstellungen usw. treffen sich in einer Demokratie und haben alle die selben Rechte!
Wo also ist das Problem? Demokratie gibt es doch schon, da kann man ja nachfragen. Man muss ja nicht in Deutschland nachfragen. . . Aber: Wie macht ihr das denn in Kanada.

Fariss W: Ja! Oder bis vor einigen Jahren noch in Syrien.

KenFM: Dass es aber nicht geschieht, dass gewisse Menschen extrem verbohrt sind. Würden Sie das so formulieren?

Fariss W: Also ich würde es drastischer ausdrücken, aber verbohrt trifft es.

KenFM: Wie würden Sie es drastischer ausdrücken?

Fariss W: Dass gewisse Menschen faschistisch sind.

KenFM: Woran machen Sie denn den Faschismus fest? Dieses Wort ist nicht in deutschen Zeitungen in Bezug zu Israel zu lesen. Im “Tagesspiegel” nicht. In der “Junge Welt” nicht. In der “Welt” nicht. Da lese ich dieses harte Wort nicht. Auch in marxistischen Gazetten lese ich dieses Wort nicht. Sie benutzen das Wort “faschistisch”. Woran machen sie diesen fest?

Fariss W: Durch Forschung. Sowohl israelische, amerikanische, als auch deutsche Historiker haben dargelegt, den Faschismus kann man nicht nur an einer “Sache”, an einer Uniform, oder an Konzentrationslager fest machen. Es sind viele Faktoren, welche den Faschismus ausmachen. Der Faschismus ist die brutalste Form des ausgewucherten Imperialismus. Und der Imperialismus ist so beweglich, so flexibel, wie es Israel nun einmal zeigt. Heute hier, morgen da. Mal machen wir Frieden mit den Türken, dann wieder Beschuss von humanitären Schiffen.

KenFM: Aber ist auch mit einem faschistischen Saudi Arabien in letzter Zeit in Kooperationen zusammen, die Golf-Sicherheits-Monarchie. Und trotzdem wird hier ständig geäußert: Israel ist die einzige Demokratie in Middle East. Sie sagen: Israel ist keine Demokratie.

Fariss W: Israel ist nicht einmal die letzte Demokratie in Middle East. Außer wenn Demokratie bedeutet, was Israel darstellt. Dann müssten aber auch auf deutschen Straßen Patrouillen mit voll beladener Montur/Maschinengewehr marschieren und erst Mal in eine Moschee rein rennen, oder auch in eine Synagoge, oder in eine Kirche, und Menschen nieder ballern was das Zeug hält. Und dann fahren wir nach Hebron oder nach Magdeburg oder nach München und hängen ein Schild auf für Dr. Baruch Goldstein, der 1994 in Hebron in eine Moschee stürmte und 29 betende Menschen ermordet hat.

KenFM: Der hat heute ein Denkmal. Ganz offiziell.

 

Fariss W: Ja, ganz offiziell. Das ist aus Messing, wird schön geputzt. “Seine Hände sind rein” steht auf dieser Gedenktafel. “Er ist Sohn Israels”. Also wenn das Demokratie sein soll, na dann kann Deutschland keine Demokratie sein.

KenFM: Dann sollten wir uns vielleicht angleichen?
Fariss W: Mmh. Entweder müssen wir mal eine neue Definition für den Begriff Demokratie, oder ein neues System schaffen.

KenFM: Herr Wogatzki, wir haben viel über die “Linken” gesprochen. Gucken wir uns einmal die “Grünen” an. Auch die “Grünen” machen ihren Kotau für Israel, gleich der AfD ein Freund dieses Israels ist, eines faschistoiden Staates.
Sie erwähnen in Ihrem Buch auch Volker Beck. Ich möchte Volker Beck einmal anders herum zitieren: Es ist bisher keinem Land gelungen, den Palästinensern eine sichere Heimat zu geben. Das hat Beck so nicht gesagt.

Sie haben von Sanktionen gesprochen. Da sind Sie nicht allein auf weiter Flur. Es gibt andere Autoren und Menschenrechtsaktivisten die sich ebenfalls trauen Fakten zu benennen. Jürgen Todenhöfer, der sehr engagierten Journalismus aufzeigt, kommt in ihrem Buch auch vor. Er ist auch Mitherausgeber des «Freitag». Ich zitiere Jürgen Todenhöfer:

>>Ich bin für Sanktionen gegen Israel bis es seine gnadenlose Besatzung aufgibt und einen gleichberechtigten Palästinenserstaat zulässt. Gegen jedes andere Land der Welt, dass Menschenrechte derart verletzt, wären längst Sanktionen verhängt worden.<<

Das ist absolut richtig. Und Sie stellen die Frage: Gab es jemals ein “Je suis Gaza!”

Fariss W: Ne! Gab es nicht.

KenFM: Es gab “Je suis Charlie”. Aber es gab noch nie ein “Je suis Gaza!”. Vielleicht weil es seit 70 Jahren schon normal ist?

Fariss W: Es ist wahrscheinlich. . . Ja. Gut. Gaza. Palästina. Palästinensermorde sind so normal, wie die Brände der Kohleflöze in China, die seit 60-70 Jahren bestehen.
Das ist bekannt und interessiert nicht. So gehören Erschießungen von Palästinenser, Raub und Stehlen von palästinensischem Land, verstehen Sie, das gehört einfach zu unserer westlichen Wertegesellschaft. Wenn ich Frau Merkel zuhöre, dann meint sie tatsächlich, dass Erschießungen und Landraub zu unseren Werten gehören. Sie sagte bereits mehrfach, dass Israel eine Demokratie sei.

 

KenFM: Nun muss man auf der anderen Seite sagen, Europa und Deutschland gehört parallel auch zu einer Großregion, welche die Palästinenser wirtschaftlich unterstützt. Es wurden Multimillionen-Beträge in den Aufbau Palästinas gesteckt; in Gaza und Westjord- anland. Und dann gab es Kriege, die all das wieder zerstört haben. Das heißt: Europäische Investitionen wurden vollkommen zerstört. Und auch diese Wertegemeinschaft kommt dann für von Israel verursachten Schäden am Eigentum der Palästinenser auf; und baut die Zerstörungen wieder auf. Einmal ganz zynisch formuliert: Deutschland ist ein kapitalistischer Staat, wo ist denn die Rendite für Deutschland, Herr Netanjahu? Wo ist der Benefit?

Fariss W: Für uns? Für Deutschland? Für Europa?

KenFM: Ja.

Fariss W: Nirgends. Weder Europa noch Deutschland hat einen Benefit beim Support Israels. Es entstehen noch mehr Ausgaben, noch mehr Streitigkeiten, Auseinanderset- zungen und Kriege. Wir in Deutschland haben von dem Israelsupport gar nichts. Allein Schlechtes hat Deutschland vom Support des israelischen Faschismus.

KenFM: Wenn man Ihr Buch liest, als auch alle anderen Bücher dazu, des Weiteren Filme die es zu diesem Thema gibt, stellen wir folgendes fest:
Die Situation wie wir sie vor Ort haben, ist von den Akteuren nicht nur gewollt, sondern ist der unterstützende Hintergrund. Eine Menge Leute scheinen von diesem Zustand etwas, einen Profit zu haben. Logisch ist dem nicht mehr beizukommen. Es ist alles gesagt.

Fariss W: Richtig. Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!

KenFM: Es ist klar, dass Israel eine Atommacht ist, in Relation zu Menschen die mit einfachstem Gerät seit 70 Jahren versuchen sich zu wehren, einfach platt gemacht werden. Sie schreiben, dass Ziel ist die Ausrottung.

Fariss W: Vollkommen richtig, das sage ich: Das Ziel ist die Ausrottung der Palästi- nenser.

KenFM: Entweder ihr verschwindet, oder ihr werdet hier platt gemacht. Warum wird dieser Staat, nicht nur vom Westen, nicht nur von Europa, sondern auch von den arabischen Nationen mit Glacee-Handschuhen angefasst?

Fariss W: Mutmaßlich, und eben diese Mutmaßlichkeit geht in die Tatsache über, weil zumindest jedoch Deutschland kein souveräner Staat. . .

KenFM: …sondern ein Außenposten von Washington ist, der das zu tun hat, was Washington sagt.

Fariss W: Sie haben es gesagt, und so sage ich es.

KenFM: Hat natürlich auch mit unserer Verfassung zu tun, die lediglich ein Konstrukt war. Das heißt, auf die Verfassung, auf die wir warten, nachdem das Grundgesetz ein Konstrukt war. Und damals mit dem 2+4-Vertrag, Angela Merkel hat gesagt “Das ist jetzt die Verfassung”, darüber lassen wir nicht abstimmen.

Fariss W: Ja gut, nur dann hätte Frau Merkel aber auch den Grundgesetzartikel 146 radikal rausschmeißen müssen.

KenFM: Richtig! Aber wie gesagt, dass wir eben keine Demokratie, sondern eine parlamentarische Demokratie haben, dafür gibt es auch einen Grund. Es sind in inzwischen so viele Privilegien eingepflegt worden, die müssten dann alle offen gelegt werden. Und diese würden dann sicherlich nicht mehr so durchkommen. Da sagen eben die, die daran profitieren: Das wollen wir nicht, das bringen wir erst gar nicht aufs Tablett.

Lassen Sie uns zu einem Fazit Ihres Buches kommen. Kommen wir zum Internationalen Gerichtshof in Den Hag. Deutschland zahlt jährlich 135 Millionen für diese Institution, die immer nur dann einschreitet, wenn nationales Recht nicht greift. Und nationales Recht greift wirklich nicht. Es ist absurd. Warum geben wir 135 Millionen an den Internationalen Gerichtshof. Wenn aber bei den israelischen Völkerrechts- und Kriegsverbrechen, erwiesen beispielsweise durch den Goldstone-Report, es ist nun einmal alles belegt, defacto nichts dagegen unternommen wird.

Fariss W: Die vielfachen Kriegsverbrechen, begangen durch Israel, es ist international alles und vollständig belegt.

KenFM: Ja, es ist international bekannt. Wir können uns fragen: Was macht der IGH in Den Hag? Denn, wir erinnern uns, der IGH schaffte es doch auch Milosevic vorzuladen, ebenso afrikanische Potentaten. Warum lädt man nicht einmal einen Netanjahu vor? Einfach mal vorladen.

Fariss W: Absolut! Vorladen und jetzt: Hör mal zu Herr Netanjahu, jetzt gibt es 2 x lebenslänglich und das ist noch wenig.

Aber nein, Herr Netanjahu gehört zu “unseren Partnern”, wobei “unsere Partner” ganz eindeutig nicht meine sind. Sondern diese “Partner”gehören zu denen, die von einer “Staatsräson” reden. Deutschland gibt also an unzählige NGOs nach Palästina Millionenbeträge, fördert dadurch Korruption, Deutschland verschenkt Milliardenbeträge an Israel, und so wir so genannte Aufbauarbeit in den ebenso so genannten “Autonomen Gebieten” . . .

KenFM: …die Gettos werden frisch gestrichen. . .

Fariss W: …so ist es. Die Gettos werden frisch gestrichen. Es wird ein neuer Strommast aufgestellt. Vielleicht wird sogar eine kleine Praxis eröffnet. -was natürlich nicht tatsächlich der Fall ist. Und ein Jahr später wird die deutsche Investition niedergerissen, weil einem Palästinenser eine “stabbing-allegation” durch ein israelisches Militärgericht angehangen wurde. -und ein palästinensisches Opfer seine Familie dort hatte.

KenFM: Und die ständige Expansion der illegalen israelischen Siedlungen, die ganz bewusst durch palästinensische Dörfer betoniert werden, um palästinensisches Land zu zersiedeln, zu frakturieren. So findet der fortführende Bau der Sperrmauer auf palästi- nensischem Land statt. Es handelt sich hier um ein Gebiet, dass Israel nicht gehört. Das alles wird hingenommen, und mit “Sicherheit” begründet.

Fariss W: Ich arbeite im Öentlichen Dienst, in einem Bereich in dem auch von tumorösen Raumforderungen die Rede ist. Fakt ist, die israelischen Siedlungen sind gleich Metastasen. Diese Siedlungen sind wie Metastasen, die sich ausbreiten. Und wenn die Metastasierung, diese maligne Raumforderung erst einmal da ist, dann sind diese durch Checkpoints, durch israelische Straßen, durch Wachschutz-Firmen; dann sind diese Siedlungsmetastasen fest drin. Diese Metastasierung kommt auch nicht mehr raus; die ist fest installiert auf palästinensischem Land.

KenFM: Man gibt den israelischen Siedlern alle staatlich verfügbaren Freiheiten und Anreize um sich gewissermaßen “einzuräumen”. Die Siedler sind bekanntermaßen alle extrem hardcore rechts außen, die die Bibel als ihr Mandat betrachten. Wenn diese illegalen Siedler über Highways nach Jerusalem oder Tel Aviv fahren, die ausschließlich Israelis befahren dürfen, erhalten Sie das Gefühl, sie seien immer im eigenen Land.

Fariss W: Richtig. So wird falsches und im Besonderen Herrendenken ausgebaut.

KenFM: Die Deutschen könnten sich das einmal wie folgt vorstellen: Wir würden in Polen anfangen zu arbeiten, würden dort deutsche Städte aufziehen, würden genauso Highways durchplanieren, wo die Polen keinen Zugang hätten, damit wir das Gefühl haben: Wir sind jetzt wieder im alten Land. – – – Dieser Vergleich sei einmal nachzudenken, um israelische Siedlungspolitik einmal verstehen zu können.

Fariss W: Haargenau. So grausam sind aber die Tatsachen in Israel.

KenFM: Was denken Sie, wie lange geht das noch? Ist dieses Regime wirklich so stabil, wie es in der deutschen Presse steht? Wir hatten mit Petra Wild einmal gesprochen. Sie sagte, so stabil ist es nicht. Sehen Sie es ähnlich? Oder muss Deutschland ein Phantast sein, um das sich dort etwas verändert?

Fariss W: Ich denke, dass Israel ein Staat, die Bevölkerung eines Staates, welche so inhomogen ist, wie das von Israel, nicht auf lange Sicht so radikal weiter machen kann. Mit neofaschistischen Handlungen. Mit den Änderungen von Gesetzen. Hier darf nur der Jude laufen, da darf nur der Araber laufen.

KenFM: Aber auch die Pressezensur steht über allem. Sobald man staatskritisch wird, haben Juden in Israel auch Probleme.

Fariss W: Ja. Ein berühmtes Beispiel ist der international renommierte Journalist Gideon Levi. – – – Guter, sachlicher, seriöser Journalismus ist in Demokratien, wie es sich Frau Merkel vorstellt, gar nicht gern gesehen.

KenFM: Herr Wogatzki, das Fazit Ihres Buches, können Sie das ziehen?

Fariss W: Ja! Und zwar: Seid Menschen für Menschen.
Menschen, denkt nach bevor ihr eine Israel-“Fahne” schwingt, was das tatsächlich für eine Farbe und für ein Symbol ist. Ja für was diese Farbe und dieses Symbol steht.

KenFM: Für was steht dieses Symbol der Israel-“Fahne”? Steht es für die jüdische Religion? Steht dieses Symbol für Menschen? Für was steht dieses Symbol?

Fariss W: Das Symbol der israelischen “Fahne” steht für Unterdrückung, Landraub, Apartheid und Kolonialismus. Das Symbol der israelischen “Fahne” steht für den übelsten Imperialismus den wir seit 70 Jahren auf diesem Planeten haben. Und dieser Planet ist der einzige Planet, den die Menschheit hat.

KenFM: Sie sagen: Null Konsum israelischer Produkte, und denken diesen Konsum- verzicht noch weiter, da die Gesamtproblematik des Imperialismus komplex ist. Deutschland raus aus der NATO. NATO raus aus Deutschland. Warum? Die NATO ist doch ein Sicherheitsbündnis.

Fariss W: Vielleicht ein Sicherheitsbündnis für die USA als strategischer Stützpunkt. Als die Rote Armee 1994 Deutschland verlassen hatte, haben die Sowjets ihre gesamten Gerätschaften mitgenommen, entsprechend des 2+4-Vertrages. Nun haben wir 2017. Immer noch sind Atombunker und also Atomraketen von den Amerikanern auf deutschem Grund und Boden. Und ich denke, dass ist nicht gut für Deutschland. Ich denke, die Stationierung amerikanischer Atomraketen ist sehr schlecht für Deutschland.

 

KenFM: Deutschland hat mit Ramstein auch den wichtigsten amerikanischen Brücken- kopf, von wo aus Kriege organisiert und logistisch unterstütz werden.

Fariss W: Richtig, das ist deutschlandweit bekannt. Und wir sollten uns überlegen, wenn wir noch ein bisschen deutsch sein wollen, im Sinne von Kulturwerdung, dann sollten wir uns all den extrem negativen Organisationen und “unseren Partnern”widersetzen. Denn es ist bekannt: Es sind lediglich die Partner der Interessen von Frau Merkel, wie sie es den Deutschen vorschreibt. Wir sollten uns von dieser Politik dringend distanzieren. Die Jugend muss aufwachen!

KenFM: Angela Merkel ist in der DDR geboren, genau wie Sie. Was ist denn da falsch gelaufen, dass Angela Merkel so geworden ist, wie sie ist? Sie sind doch ganz anders geworden. Was war da los?

Fariss W: Ja, ich weiß auch nicht!

KenFM: Sie ist doch auch antiimperialistisch geprägt worden.

Fariss W: Es gab natürlich auch in der DDR Mitläufer. Angela Merkel (geb. Kasner) wollte als Pastorentochter wohl Physik oder irgendwas studieren. Sie wollte schnell Karriere machen. In irgendeinem Institut. Also hat sie die FDJ-Sekretärin gegeben. Sie hat immer schon treu die “Fahne im Wind” geschwungen. Merkel ist eine Mitläuferin. . .

KenFM: …und es läuft für sie ganz gut, dieses Mitlaufen.

Fariss W: Ja klar. Frau Merkel ist doch alles gleich. Es wird von der “Tefflon-Lady” gesprochen. Und, dann hatte sie es nicht gepackt in ihrem kleinen Physiklabor. Ab den frühen 1990en hat sie sich dann etabliert bei der CDU. Ne eigene Meinung hat sie ja nicht.

KenFM: Sie ist aber zuverlässig.

Fariss W: Das mag sein. Nur die Zuverlässigkeit die sie an den Tag legt, die sollte sie für Deutschland geben und nicht für “ihre Partner“.

KenFM: Versuchen wir einmal für Angela Merkel, was die Israelpolitik anbelangt, eine Lanze zu brechen. Vielleicht will sie, aber kann nicht anders, weil sie, ähnlich wie Barak Obama, als sie ins Business eingestiegen ist, festgestellt hat: Das Business läuft ganz anders. Sie wird ja auch abgehört. . .

Fariss W: …wie sie sagte: Unter Freunden geht das ja gar nicht. Sie sprach im 21. Jahrhundert tatsächlich von “Neuland” im Hinblick auf Internettechnologie. Neuland!

KenFM: Vielleicht hat sie irgendwann verstanden, in das, in was sie da hineingeraten ist, da kann man nicht mehr aussteigen. Glauben Sie das?

Fariss W: Wissen, Sie, die Frau ist jetzt 62. Die hat ihr Ding in den letzten 20 Jahren so durchgezogen, wie sie es immer gemacht hat. Da ist nicht viel charakterliche oder intellektuelle Veränderung zu erwarten. Also Angela Merkel zieht ihr Ding noch so lange durch wie es eben geht. Dann kriegt der Nächste die Schaufel in die Hand.

KenFM: Woher kommt diese philosemitische Ader? Alles, was Israel tut, wird gut geheißen. Und was Israel nicht gut tut, einfach unter den Teppich zu kehren. Den Ball schön flach zu halten. Gerade als Pastorentochter. Welche Motive vermuten Sie dahinter? Als Physikerin muss man doch die Dinge wie sie sind, und nicht wie sie erscheinen, sehen.

Fariss W: Ja, wahrhaftig. Die Naturwissenschaften sollte Frau Merkel wenigstens gestreift haben.

 

KenFM: Angela Merkel ist ja bestimmt keine dumme Person, sie weiß sehr wohl was sie tut…

Fariss W: …und das muss sie, wenn auch ihre Zeit mal gekommen ist, mit ihrem Gewissen vereinbaren. Das ist meine Aussage dazu.

KenFM: Zum Schluss ein Satz, den ich in ihrem Buch gefunden habe. Diesen Satz können Sie ja vielleicht etwas ausschmücken; er lautet: “Wir verlangen Demokratie! -nicht Parlamentarismus.”. Ist das nicht dasselbe?

Fariss W: Nein, ganz und gar nicht. Und genau genommen möchte ich auch lieber eine Republik als Staat, statt eines “demokratischen” Staates haben wollen.

KenFM: Wo ist da der Unterschied?

Fariss W: Dass es vernunftbegabte Menschen, einen Ältestenrat gibt.

KenFM: Sie meinen so etwas wie eine Räterepublik, wo mehr Partizipation auf der lokalen Ebene stattfindet. Wie würde das aussehen?

Fariss W: Das sage ich Ihnen, wenn es soweit ist.

KenFM: Sie sind in Bayern beheimatet. Dort hatten wir schon einmal eine Räterepublik. Glauben Sie, dass wir uns in Europa dahingehend wandeln müssen: Schluss mit der repräsentativen Demokratie.

Fariss W: Ja natürlich! Es ist doch Fakt, dass “wir” allein eine Demokratieshow repräsentieren. Eine Makulatur. Das Grundgesetz, sowie 10.000 weitere Gesetze. Doch für wen ist denn das gut? Ist das Grundgesetz für mich gut? Kann ich Artikel 26 beim Staat einfordern: Höre auf mit Waffenhandel! So bspw. zu den Saudis, damit diese Aufkäufe an den IS weiterverkauft werden.

KenFM: Können Sie nicht.

Fariss W: Ne, kann ich nicht. Also hat das ganze Ding doch erst einmal nur einen thermischen Wert. Und ich wünsche mir, dass Deutschland mehr in Richtung Kant oder Fichte geht. Lasst die Vernunft sprechen. So, und das können nicht Leute aus dem Physiklabor sein, die Grundlagenforschung betrieben haben.

KenFM: Können Sie auch, aber dann sollte es wenigstens transparent sein. Denn, die Macht die dieser Staat hat, zeugt von totaler Intransparenz. Allein was die Rüstungsexportpolitik betrifft. Dass wir diese “Transparenz” immer erst im Nachhinein erfahren, was sie falsch gemacht hat.
Und wenn jemand in einem Kontrollausschuss darüber redet, dass dieser und jener das Gesetz übertreten hat, dann macht dieser sich schuldig. Das muss man sich mal vorstellen! Juristisch gesehen. Wenn ein Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestages in einem Ausschuss dem Staat nachweist, das er, der Staat, das Gesetz übertreten hat, dann ist nicht der Staat dran, sondern derjenige, der darauf hinweist, dass der Staat das Gesetz übertreten hat. Der Hinweisgebende ist dran, weil dieser die Gesetzesübertretung öffentlich macht.

Herr Wogatzki, ich bedanke mich ganz herzlich für dieses Gespräch. Es war ein Ritt, muss man dazu sagen. Das Buch selbst ist komplex, umfasst 470 Seiten. «Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!» mit einem Vorwort von Evelyn Hecht-Galinski.

Sie führt als Streiterin in der Sache den harten Grabenkampf seit vielen Jahren, die auch das Buch: «Das 11. Gebot – Israel darf alles.« geschrieben hat.

Ist Ihr Buch für Sie auch eine Art Entgiftungsprozess? Sie haben eineinhalb Jahre an dem Buch geschrieben, aber das gärt in Ihnen ja viel länger. Ist damit das Thema vorbei? Oder wollen Sie sich weiterhin mit den Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen gegen Palästina beschäftigen?

Fariss W: Ich habe durch meine Kindheit, wie eingangs erwähnt, arabische Wurzeln. Und ich fühle mit was die Menschen in Palästina erleiden müssen. Mir wurden die Ursachen von Krieg und Zerstören beigebracht. Und ich sehe diese Ursachen im Jahr 2017 immer noch. Ich bin im Laufe der vergangenen Jahre auf die Seite von Evelyn Hecht-Galinski gekommen, Sicht vom Hochblauen, und ich dachte mir:
Moment mal! Diese Seite kann nicht auf einem deutschen Server sein. Da spricht ja endlich mal jemand aus, was Phase ist! Da spricht ja jemand Fakt! Als ich Dreiviertel bis etwa komplett mit meinem Manuskript fertig war, habe ich ganz schüchtern mal ein paar Seiten zu Frau Hecht-Galinski geschickt, mit der Bitte, ob sie sich das mal anschauen kann. Sie stimmte zu, und ich habe dann alles ausgedruckt und ihr zugeschickt. Seit dem arbeiten wir für Palästina und für eine von Imperialismus, zumindest jedoch wenige bedrängte Welt, zusammen.

KenFM: Herr Wogatzki, ich fasse unser Gespräch zusammen. Sie wünschen sich einen demokratischen Staat Palästina, wie dies auch schon einmal der Fall war, auch wenn dieser nicht konstitutionalisiert war. Alle Bürger und alle Konfessionen demokratisch leben können. Dieser Staat, wie sollte der sich nennen?

Fariss W: Palästina!

KenFM: Palästina-Israel? Israel-Palästina?

Fariss W: Wie ich sagte: Palästina. Das Wort “Israel” ist ein Kunstwort. Das Land hieß über 1800 Jahre Filistin. So, dann deutschen wir das mal ein, aus dem griechischen kommend: Palästina. Die Araber sagen: Filistin.

KenFM: Aber wichtig ist, alle die dort jetzt leben, sollen auch weiterhin leben können.

Fariss W: Ja natürlich.

KenFM: Das Rückkehrrecht für alle Palästinenser, so sie es wollen, viele leben in der Diaspora, inbegrffien. Dass alle demokratisch die selben Rechte haben. Nicht, dass die israelische Blut und Boden -Politik betrieben wird, wie es gegenwärtig betrieben wird: Wenn du mit der Religion oder mit der Mutter kommst, dann hast du Bürgerrechte wie jeder andere Bürger auch, sonst nicht. Wie es sich doch gehört in einer wahren Demokratie. Das ist das, was Sie sich wünschen.

Fariss W: Ja. Vor allem aber zuerst, dass Deutschland aufhört Waffen zu veräußern. Wie erwähnt: Artikel 26 (1), sehr schön. Jedoch Artikel 26 (2) hebt Artikel 26 (1) auf. Ich befinde dies als einen undemokratischen Witz! Nicht wahr, und diese Art, das ist nicht Demokratie, das ist nichts greifbares. Da hat der Bürger ja nun wirklich nichts in der Hand. Daran sollte mal gearbeitet werden.

KenFM: Glauben Sie, wenn Leute dieses Buch jetzt lesen, und es kaufen werden, dass viele sagen: Na der spricht doch aus, was wir hier alle wissen!

Sie haben für Ihr Buch öffentliche Quellen verwendet. Ihr Buch ist nicht geheim recher- chiert. Glauben Sie, dass viele das sagen werden? Oder denken Sie, dass Ihnen der Hass entgegen schlägt? Sie Antisemit, was ist denn mit Ihnen falsch gelaufen? Sie sehen die Tatsachen über Palästina vollkommen verzerrt. Was glauben sie, was passieren wird? Sie werden, nach so einem Interview, gerade bei so einem Thema, garantiert angesprochen. In der Firma, privat, auf der Straße.

Fariss W: Gewiss. Ich arbeite im Öentlichen Dienst, aber, wie ich es im Buch bereits sonnenklar gesagt habe: Gebt alles auf, nur die Denkfreiheit nicht. Und wie Sie es eben gesagt haben, alle meine Quellen auf die ich mich in meinem Buch beziehe, sind frei zugänglich. Es ist doch alles belegt!

KenFM: Ja. Nur wie Sie wissen, auch wenn Sie das Richtige sagen, sind Sie nie vor falschem Beifall gesichert. Und von diesem werden Sie auch angesprochen.

Fariss W: Ja. Wissen Sie, wenn jemand seine Meinung äußern möchte, mich betiteln will mit x oder y, Antisemit, oder was auch das Hirn so hergeben mag, ist nicht meine Meinung. Das ist die Meinung von anderen Personen. Ich kann mich dem nicht widmen. Ich will mich allein Vernunftgründen widmen. Und folgendes muss doch erwähnt werden: Die Antisemitismuskeule, also diese Masche ist schon zu lange überbeansprucht worden.

KenFM: Letzte Frage an Sie. War dieses Buch «Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!, mit einem Vorwort von Evelyn Hecht-Galinski, war das für Sie auch ein Reinigungsprozess?

Fariss W: Ja, sehr. Ein Reinigungsprozess und um so mehr auch auf die Menschen die wir als Vorbilder nehmen sollten, beispielsweise: Evelyn Hecht-Galinski, Norman Finkelstein, Noam Chomsky, um nur einige zu nennen, diese Menschen als Motivation für unser eigenes Handeln nehmen. Das ist auch ein Teil der Intention meines Buches.

KenFM: Herr Wogatzki, ich bedanke mich ganz herzlich für das Gespräch.

Fariss W: Ich danke Ihnen.

KenFM: Das war eine weitere Ausgabe von KenFM im Gespräch, unser Gast war Fariss Wogatzki.

Ich kann Ihnen das Buch nur dringend ans Herz legen. «Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewusst!». Für mich kommt dieses Buch nach Ilan Pappe «Die ethnische Säuberung Palästinas» auf Platz 2.

Es ist knackig zusammengefasst, und wenn man es so liest, und ich habe bereits viele Bücher zu dem Thema gelesen, dann stellt man sich die Frage, wie man auch als Journalist es so in den Hintergrund bringen kann, dass man zur Tagesordnung übergehen kann. Und das sollten wir eben nicht tun.

Ich denke, wir müssen hier alle Druck machen. Das können wir auch, in dem wir vielleicht an unseren Bundestagsabgeordneten schreiben. Oder aber das Thema, nicht nur auf der Straße oder an Stammtischen, ganz öffentlich diskutieren.

Ich denke, das ist eine Möglichkeit, auch bei der nächsten Demonstration für Israel, oder für Palästina, hinzugehen, sich mit seinen Argumenten, die man in diesem Buch finden kann, einbringen. Das ist, so glaube ich entscheidend. Sich selber schlau machen. Eine eigene Meinung zu diesem Thema bilden, und keine Meinung übernehmen. Es gehört auch Mut dazu gegen den Mainstream anzugehen. Aber, so bin ich voller Zuversicht, wir sind da draußen mutig.

Mein Name ist Ken Jebsen, und meine Zielgruppe bleibt der Mensch.

Original des Gespräches: https://kenfm.de/fariss-wogatzki/
KenFM Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/watch?v=yOVVYo5NhNk 

 

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