Prof. Ulrich Duchrow – Religionen für Gerechtigkeit

In Anlehnung an die unsachgemäße, da falsche, abermalige zionistische Propaganda der Systemzeitung „Die Welt“ vom 23.06.2018 gegen den Theologen Prof. U. Duchrow, folgt hier eine Vertiefung in das von mir als hervorragend befundene, in seiner geistigen und humanistischen Tiefe beeindruckende Buch. 

Es sollen hier Auszüge aus dem hervorragenden Buch >>Religionen für Gerechtigkeit in Palästina-Israel<< der Autoren einen Einblick geben, dass die Wahrheit nicht aufzuhalten ist. Diese Auszüge lege ich meiner Buchempfehlung vom 17.06.2018 bei. 

Das Buch ist nicht einfach „nur“ ein weiteres Buch, welches das israelische Unrecht anprangert. Die Texte der Autoren haben mich tief bewegt! Die renommierten Wissenschaftler sagen zurecht:

„Wir hoffen, dass diese Texte, […] eine lebhafte öffentliche Diskussion hervorrufen, um aus der Wahrnehmung der Wirklichkeit heraus Friedenshandeln ermöglichen zu helfen.“

Das Buch ist über den Herausgeber und Autoren, Prof. Ulrich Duchrow, zu beziehen.

Meinen Dank an den Theologen, Herrn Prof. Ulrich Duchrow, für die schnelle Zusendung dieses hervorragenden Buches.

 

>>Religionen für Gerechtigkeit in Palästina-Israel<<
von

Prof. Ulrich Duchrow

-Auszüge aus den Texten der Autoren-

Akad. Dekan, Pfarrer Dr. Munther Isaac:

Mächtige fürchten oft die Vielfalt und bemühen sich um die Uniformität und Konformität der Gesellschaft.

Es ist in der Tat ein Paradox, dass uns der Westen mit seiner langen Geschichte des Antisemitismus belehren will und uns jetzt tadeln, zurechtweisen und auf den rechten Weg führen will.

„Wir glauben an den einen Gott, den Schöpfer des Universums und der Menschheit. Wir glauben an einen gütigen und gerechten Gott, der jedes seiner Geschöpfe liebt. Wir glauben, dass jeder Mensch von Gott nach Seinem Bilde und Ihm gleich geschaffen worden ist und dass jedes Wesen seine Würde der Würde des Allmächtigen verdankt.“

Prof. Dr. sc. theol. Brigitte Kahl:

Die menschenverachtende Rhetorik von Hass und Gewalt feiert ihr Comeback in der Selbst-Zelebrierung des maskulinen, weißen und heterosexuellen amerikanischen Mannes, der sich seiner Allianz mit Gott, Macht, Geld und „America first“ rühmt, während er gegen Feministinnen, Muslime, Menschen nicht-weißer Hautfarbe, Einwanderer, Ureinwohner, „Naturschützer“ und andere Andere zu Felde zieht. Die Liste derer, die auf der Verliererseite dieser brutalen binär-imperialen Rekonfiguration des (Un)Menschlichen zu stehen kommen, ist nicht zufällig – ebenso wenig wie es ein Zufall ist, dass die Natur selbst, nach den schüchternen Erfolgen des Pariser Klimagipfels von 2015, sofort wieder in ihre „natürliche“ Position als Objekt unbegrenzter Ausbeutbarkeit zurückgestuft wurde.

Zur Zeit des deutschen Faschismus waren es neben den Juden die slawischen „Ostvölker“ wie Russen und Polen, die Kommunisten, die Zigeuner, geistig Behinderten und Homosexuellen, die in Hitlers spezieller Variation des Barbarenkampfes zu „Untermenschen“ erklärt wurden.

Der Protestantismus kann nicht Buße tun für die Sünde des Antijudaismus , indem er sie ersetzt durch die neue Sünde des Anti-Islamismus, oder diesen Austausch ignoriert und damit stillschweigend in Kauf nimmt.

Jesu Tod am Kreuz ist nicht die Strafe für seine Sünde, sondern absorbiert die tödliche Gewalt unserer Sünde. Nicht der Andere ist gottlos, sondern seine Ausgrenzung durch das Selbst.

Prof. Dr. Charles Amjad-Ali:

Es sagt weiter,„dass die Religion zu oft benutzt worden ist, um die Besatzung zu rechtfertigen. Zu oft wurde Religion benutzt von Christen, Juden und Muslimen, um Hass und Gewalt zu befördern.

Das andere zentrale Charakteristikum von Siedler-Kolonialismus ist, dass die Siedler sich generell als kulturell, religiös und rassisch überlegen betrachten gegenüber den ursprünglichen Einwohnern. Diese Überlegenheit wertet ihre Auswanderung selbst auf –

So hätte vielleicht Bayern der Ort sein sollen für den neuen Staat Israel, herausgeschnitten aus Deutschland als Wiedergutmachung für seine Kriegsverbrechen gegen die Menschheit im Allgemeinen und gegen das jüdische Volk im Besonderen, begangen im Namen der Überlegenheit der arischen Rasse – und eher noch bedeutender: als Bestrafung für das ganze politische Gefüge und seiner damit zusammenhängenden fatalen Technologie, die geschaffen wurde, um ein Volk, das anders war, einfach auszulöschen. Oder vielleicht hätte Polen den Juden übergeben werden sollen als eine ausgleichende Gerechtigkeit für das, was ihnen in ganz Europa angetan worden war.

Dr. psych. Marc Braverman:

„Wenn man die Schritte vom Bekenntnis zum Widerstand unterlässt, landet man bei der Tolerierung von Verbrechen, das Bekenntnis wird zum Alibi und angesichts des begangenen Unrechts zur Anklage des Bekennenden.“ (Eberhard Bethge)

Eine zunehmend globalisierte, von transnationalen Unternehmen kontrollierte Wirtschaft hat zu einer ständigen Zunahme von Armut, Konflikten, Vertreibungen geführt, so- wie zu einem fortschreitenden globalen Klimawandel mit katastrophalen Folgen. Bürgerkriege, Aufstände und die Niederschlagung von Aufständen haben die Infrastruktur verwüstet und noch nie dagewesene Massenmigrationen her- vorgebracht, die zu wachsender Verarmung, Konflikten und Vertreibungen führten. Wellen von Nationalismus und Fremdenhass sind zutiefst verstörende Begleiterscheinungen dieses Geschehens. Regierungen führen Invasions- und koloniale Eroberungskriege, sogar gegen ihre eigenen Bürger, und verletzen internationales Recht und Verträge, die infolge des Horrors des 20. Jahrhunderts geschlossen wurden.

Der jüdische Besitz von ganz Jerusalem wurde als ein Zeichen der baldigen Rückkehr Jesu gesehen. Abgesehen von der Endzeit-Komponente, wird der fundamentalistische christliche Zionismus von liberalen Christen hinsichtlich der wortwörtlichen Gültigkeit des alttestamentlichen Landversprechens geteilt. Christlicher Zionismus ist in beiden Formen häretisch und unbiblisch. Er leugnet im Kern die evangeliumsgemäße Lehre, die gegen Territorialansprüche und ethnischen Triumphialismus gerichtet ist.

Prof. Dr. Marc Ellis:

Der Holocaust als Nostalgie? Das scheint zunächst eine schockierende Unterstellung zu sein, die ein schreckliches Ereignis trivialisiert. Aber im Laufe der Zeit ist der Holocaust bereits trivialisiert worden, eben durch seine Instrumentalisierung, wenn es darum ging, andere zu attackieren, Rechenschaft zu verweigern und imperiale Ambitionen zu verschleiern.

Auch kann man den Holocaust nicht mehr zur Rechtfertigung des Unrechts, das Palästinensern widerfährt, in Anspruch nehmen. Vielmehr ist für den jüdischen Prophetengeist die Expansion Israels „land grab“ und Perversion ethisch begründeter Rechenschaftspflicht.

Darüber hinaus bezeichnet es den Diskurs der deutschen Christen im Verbund mit der materiellen Ermächtigung Israels als einen Bereich, aus dem sich Juden und Christen mit Gewissen heraushalten sollten. Es blickt genauso auf die gegenwärtige deutsche Prosperität. Gründet sich diese Prosperität auf das Leiden anderer? Denn wenn man jüdisches Leiden während des Holocaust benutzt als ein Instrument, um weiteres Leiden zu verursachen, trivialisiert man alles, auch die Erinnerung an das Leid, trivialisiert man das Leid, das vergangene und das gegenwärtige, trivialisiert man auch den Zorn, den es pro- vozierte.

Wenn nun die palästinensische Autonomiebehörde ihre Unterschrift unter das Ergebnis des Friedensprozesses setzt, verflüchtigt sich nicht nur die Schuld Israels. Die Amnestie ist multi-dimensional.

Dr. Shir Hever:

Die Hilfsorganisationen, vorwiegend finanziert durch die Europäische Union, reagierten darauf, indem sie ihre Hilfsstrategie veränderten. Sie wandelten ihre Entwicklungshilfe in humanitäre Hilfe um. Das entsprach genau dem, was die israelische Regierung wollte. Der Großteil der humanitären Hilfe für die Palästinenser stellte so eine Hilfe für die israelische Wirtschaft dar.

Das wird noch einmal getoppt durch die Tatsache, dass Israel weiterhin direkte massive Hilfe vom Westen erhält – trotz seines notorischen Bruchs des Völkerrechts und der Menschenrechte. Natürlich sind hierbei die USA Nummer Eins. Sie unterstützen Israel jährlich mit mindestens 3 Milliarden US$ – zusätzlich zur Militärhilfe. Deutschland fühlt sich nach wie vor verpflichtet, Wiedergutmachung zu leisten, und zwar speziell in Form von Militärhilfe. Das ist für kritische Deutsche besonders deshalb skandalös, weil die Gesetze Rüstungsgeschäfte mit solchen Ländern verbieten, die in kriegerische Konflikte verwickelt sind. Trotzdem erhält Israel viel deutsche Steuergelder für Waffen, insbesondere U-Boote, die auch zum Tragen von Atomwaffen umgebaut wer- den können. Israel bekommt auch Zoll- und Handelsprivilegien. Schon allein wegen all dieser Besonderheiten ist es dringend nötig, sich mit der Wechselwirkung zwischen globalem imperialen System und Israel zu beschäftigen.

Prof. Dr. theol. Ulrich Duchrow:

Ein anderes Charakteristikum des Projekts bezieht sich auf den Kapitalismus und Nationalismus. Zionismus ist kein Kind des Judaismus, sondern des Nationalismus im Sinn des 19. Jahrhunderts.11 Die Art und Weise des Jüdischen Nationalfonds, in Palästina einzudringen, bevor die UNO eine völkerrechtliche Grundlage für den Staat Israel schuf – und das gilt bis heute –, bestanddarin, Land aufzukaufen, aber zu verbieten, es anschließend wieder an Nicht- Juden zu verkaufen.12 Auch daran kann man wieder sehen, das es im zionistischen Projekt etwas gibt, das reines Profitinteresse transzendiert.

Der Krieg gegen den Terror nützt dem zionistischen Staat Israel enorm, denn er produzierte immer mehr Terroristen und damit – Profit.

der biblische Gott und Jesus identifizieren sich mit den verarmten und unterdrückten Menschen. Deshalb ist Gerechtigkeit in den Herzen der Gott vertrauenden Menschen und Gerechtigkeit in den Gemeinschaftsbeziehungen und -institutionen der zentrale Beitrag der biblischen Traditionen zu interreligiöser Solidarität zur Überwindung des Leidens.


Ein Buch, das im Zeichen der christlichen Nächstenliebe, getragen durch das Zeichen der reinen Vernunft, der Pflicht zur Wahrheit, m.E. jedem Christen nahezulegen ist.

 


Ein Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Duchrow über seine theologische Kritik an Israel

Wenn Sie meine Veröffentlichungen, etwa in dem Buch »Religionen für Gerechtigkeit in Palästina-Israel« lesen, werden Sie sehen, dass es mir, den jüdischen und muslimischen Autorinnen und Autoren einzig darum geht, … [weiterlesen]


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